Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.03.2005
Im gleichen Jahr, in dem Jean Genet starb, darauf verweist Rezensentin Ina Hartwig, starb auch Hubert Fichte, der für Genet Bewunderung hegte und ihn Anfang der 80er Jahre in einem legendär gewordenen Interview auch nach seiner Bewunderung für Hitler befragt hatte. Das gemeinsame Todesjahr war 1986, damals war der Verfasser des vorliegenden Buches über Fichte gerade mal neun Jahre alt. Das tut seiner Faszination keinen Abbruch, versichert Hartwig, Bandel sei ein "Afficionado von Gnaden". Ihm ist es gelungen, Leute aufzutreiben, die Fichte gekannt haben, und sie zu interviewen: den Schriftstellerkollegen Hans Christoph Buch, Herbert Jäger oder Peggy Parnass. Auch das bereits im "Schreibheft" abgedruckte Gespräch mit dem ehemaligen Puffbesitzer von St. Pauli, der als "Wolli Indienfahrer" in die Literatur eingegangen ist, fand in dem Band Aufnahme. Die Gespräche sind für Hartwig jedenfalls aufschlussreich, subtil und eine "Zeitreise zurück in eine Bundesrepublik, die man nicht hassen muss".
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