Mit einem Vorwort von Bernhard Albers. Am 20. Juni 1955 lernt Dorothea Zeemann den 58jährigen Autor Heimito Doderer anläßlich einer Lesung von Robert Neumann in Wien kennen. Der Altersunterschied beträgt nur dreizehn Jahre, und er macht ihr später Vorwürfe, sie nicht früher kennengelernt zu haben. Erst drei Jahre zuvor hatte er Maria Thoma geheiratet, die weitab von Wien in Landshut wohnt.
Verfälscht sei das Bild, das Dorothea Zeemann von ihrer Liebesbeziehung mit dem österreichischen Schriftsteller Heimito von Doderer zeichnet, meint Franz Schuh: Die Autorin sei in dieser außerehelichen Beziehung nicht die "souveräne Akteurin" gewesen, als die sie sich in ihrem nun vom Aachener Rimbaud Verlag neu aufgelegten Erinnerungsband "Jungfrau und Reptil" darstellt. Das zeigt sich schon darin, dass von Doderer zum Lebensende hin die Nähe seiner Ehefrau suchte, was Zeemann als tiefe Kränkung empfand, weiß der Rezensent. Ansonsten enthalte das Buch allerlei Indiskretionen wie die Vorliebe des Paars für SM- und Rollenspiele. Überhaupt sei Zeemann die Erfinderin der Kunst des "Indiskretismus", so Schuh.
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