Hans Freyer

Die politische Insel

Eine Geschichte der Utopien von Platon bis zur Gegenwart. Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1936
Cover: Die politische Insel
Karolinger Verlag, Wien 2000
ISBN 9783854180968
Gebunden, 180 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Elfriede Üner. Das Werk gibt einen Abriss utopisch-politischen Denkens und schildert die Entwürfe von Platon, Thomas More, Campanella, Bacon, Andreae und Fichte bis hin zu den weniger Bekannten wie Terrasson, Mercier und Morelli. Die Darstellung verschafft einen Überblick über dieses Kapitel der Ideengeschichte; sie durchdringt auch die Eigengesetzlichkeiten und Logik utopischen Denkens, wie Geschlossenheit, Ungeschichtlichkeit und "prophetischen Bruch". Freyers Utopiebegriff steht im Gegensatz zu dem von Ernst Bloch; dieser wurde ihm auch 1948 für den Leipziger Lehrstuhl vorgezogen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2001

Unter ungeheurem Aufwand an akademischen Klatschgeschichten und Insiderwissen versucht Stefan Dornuf eine kleine Charakterisierung Hans Freyers anlässlich des Wiedererscheinens seines Bändchens über die Geschichte von Utopien. Dornuf stellt Freyer in den Zusammenhang der deutschen Soziologiegeschichte, nennt ihn den "wichtigsten vorübergehenden intellektuellen Kollaborateur des Dritten Reichs" nach Heidegger und Carl Schmitt, betont aber auch seinen Rang als Soziologe. Zum Bändchen selbst sagt er wenig - aber das wenige klingt interessant. Freyer scheint 1936, als er es schrieb, politisch bereits desillusioniert gewesen zu sein und setzte - wenn man Dornuf richtig versteht - eine Art Pathologie des utopischen Denkens gegen Ernst Blochs Philosophie des Hoffens. Die Gesellschaften in utopischen Entwürfen erscheinen demnach zumeist als geschlossen, inselhaft, abgekoppelt von Handel und Wandel, und ihre Bürger als "Insassen". Offensichtlich eine Pflichtlektüre für alle, die bis heute an Utopien festhalten wollen.

Themengebiete


Beliebte Bücher

Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Ulf Poschardt. Bückbürgertum. Westend Verlag, Frankfurt am Main, 2026.Ulf Poschardt: Bückbürgertum
Gefährlicher als die Shitbürger sind die Bückbürger. Jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, Kanzlerinnen und Kanzler die - wider…