Die Studie eines Psychiaters, eines Kulturhistorikers und eines Soziologen stützt sich auf ein Psychosenmodell, das den aktuellen Forschungsstand zum Verhältnis von "privat self" und "public self" verarbeitet. Mit Hilfe dieses neuen Erklärungsmodells unter Einbeziehung und kritiser Revision neuen Materials wird gezeigt, dass Hitler auch im klinischen Verständnis geisteskrank war und nur deshalb nicht in einer Anstalt endete, weil er eine ungeheuere Akzeptanz des Publikums hervorzurufen vermochte. Dieser völlig neue Ansatz der psycho-historischen Hitler-Forschung zeigt die Frage der Verantwortlichkeit des Diktators und seiner Helfer in einem neuen Licht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.08.2000
Mit dieser Psychopathologie Hitlers wird, so der Rezensent Peter Schünemann, auf "überaus lesenswerte" Weise eine Forschungslücke geschlossen. Die zentrale These des Bandes diagnostiziert bei Hitler eine "Abspaltung des `privaten vom öffentlichen Selbst`" - der zur Schau gestellte Narzissmus verdeckt die Scham über das eigene Versagen in der Vergangenheit. Mit ihrer Analyse begingen die Autoren nicht den Fehler, Hitlers Verbrechen zu relativieren. Im Gegenteil, so stellt Schünemann fest: das "Ineinander individuellen und kollektiven Wahnverhaltens" wird so erst richtig erklärbar.
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