Jan Sonnergaard

Radiator

Geschichten aus der Kopenhagener Provinz
Cover: Radiator
Achilla Presse, Hamburg - Bremen - Friesland 2000
ISBN 9783928398657
Gebunden, 210 Seiten, 16,36 EUR

Klappentext

Aus dem Dänischen von Peter-Urban Halle. "Ich tätschelte ihr den Bauch und fragte: `Hat er schon angefangen?`, und sie machte auf böse, stieß mich weg und knurrte, dass ich `ganz und gar nicht sicher sein könne`, dass sie `erst drei Tage drüber sei`, und dass ich es überhaupt nicht gewesen sein müsse, weil es `prinzipiell jeder x-beliebige gewesen sein könne` - und überhaupt, dass ich nicht so einen Zirkus machen solle."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2000

In der Heimat des Autors sei das Buch ein Knüller, weiss Rezensent "c.hr." und vermittelt uns eine Ahnung, warum das so sein könnte. Als Zerrspiegel einer wertelosen Gesellschaft bezeichnet er die zehn Erzählungen. Sie rüttelten auf, und was sie reflektierten, bleibe haften. Es wird die Sprache sein und die Neigung zum Grotesken, wie sie "c.hr" in seiner Besprechung feststellt, der schwarze Humor und der makabre Zynismus des Autors, die das Buch so erfolgreich haben werden lassen. Mit der nun vorliegenden, vom Rezensenten knapp als "stimmig" gelobten Übersetzung sollte dies auch bei uns gelingen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.07.2000

Der Autor, so die Rezensentin Sabine Peters, stamme aus derselben Generation wie die Verfasser jener Popliteratur, die in Deutschland gerade en vogue sei. Sein Thema aber seien ganz im Gegensatz zum dort beschriebenen Wohlstandsmilieu die "Marginalisierten und Überflüssigen". Seine Erzählungen sind bevölkert mit Arbeitslosen und Desorientierten - und neigte Sonnergaard nicht hin und wieder zur "Brutalitäts-Masche", Sabine Peters wäre noch stärker beeindruckt. Besonders schätzt sie die nicht so groben Striche des Autors, die auch vorhandenen "unprätentiösen, leisen Töne", mit denen die "strukturelle Gewalt" der Gegenwartsgesellschaft subtiler diagnostiziert werde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2000

Zwar hat Johan Schloemann nichts gegen das Vorhaben einzuwenden, die harte Realität wiederzugeben, wie es in dem Erzählband angestrebt werde, doch ist er trotzdem nicht glücklich mit dem Buch. Denn obwohl die Erzählungen "temporeich und energisch" geschrieben seien und sich durch plastische Schilderungen auszeichneten, fehle es dem Autor an stilistischem Handwerkszeug, bemängelt der Rezensent. Selten gelinge es ihm, Spannung zu erzeugen und an "Plumpheiten" mangele es nicht. Neben "narrativen Grobheiten" und allzu deutlichen Beschreibungen ärgert sich der Rezensent auch über sprachliche Ausrutscher und aufgesetzt wirkende Wendungen. Dabei nimmt Schloemann den Übersetzer in Schutz: für die "Unausgereiftheit" dieser Prosa sei allein der Autor verantwortlich.

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