Aus dem Dänischen von Hannes Langendörfer. Vor langer Zeit, als Madame Nielsen vielleicht noch ein junger Mann war, kommt er aus der Provinz nach Kopenhagen, um Künstler zu werden und den großen Autorinnen und Autoren seines Landes zu begegnen. Doch aus der Nähe zeigen auch die Großen ihre allzu menschlichen Seiten ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2024
Wer sich für die dänische Gegenwartsliteratur interessiert, kommt laut Rezensent Stephan Opitz nicht an diesem Buch vorbei. Dabei hat Madame Nielsen keineswegs eine traditionelle Literaturgeschichte geschrieben, stellt Opitz klar. Vielmehr erzähle sie von - vermutlich weitgehend imaginären - Begegnungen ihrer selbst mit zwölf bekannten dänischen Schriftstellern. Es geht dabei durchaus auch um den Werdegang Nielsens, die früher als Mann lebte und hier über ihre ersten mühsamen Gehversuche im literarischen Feld berichtet, erklärt der Kritiker. Im Zentrum stehen dann die oft alkoholseeligen Begegnungen mit den Schriftstellern, daneben wird jedoch laut Opitz unter anderem auch der Unterschied zwischen Stadt und Land thematisiert, außerdem tauchen neben aktuellen auch ältere Autoren wie etwa Knut Hamsun auf. Ein einfallsreiches Buch über die aktuelle dänische Literaturszene ist das geworden, resümiert der Rezensent, der Nielsens - von Hannes Langendörfer hervorragend übersetztem - Werk weite Verbreitung wünscht.
Rezensentin Katharina Teutsch staunt nicht schlecht, dass Madame Nielsens fiktive Begegnungen mit dänischen Schriftsteller-Größen so unterhaltsam sind. Bemerkenswert findet sie, wie Nielsen etwa Peter Hoeg, Jens Christian Grondahl oder Klaus Rifbjerg in der guten Stube oder nackt am Strand über den Weg läuft und wie daraus Szenen werden, die einerseits dem Mythos Nahrung zu geben vermögen, die andererseits aber Alltag vermitteln. In der Spannung zwischen diesen beiden Polen bewegen sich die Geschichten, sind mal kafkaeske Traumreisen, mal Strickjacken-Realitäten, erklärt Teutsch, die sichtlich Spaß an der Lektüre hatte.
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