Aus dem Englischen von Tanja Ohlsen und Tanja Reindel. Dieser Text-Bildband bietet weit mehr als die üblichen Ansichten der archäologisch bedeutenden und von vielen Nahostreisenden besuchten Stätte. Beschrieben wird die Geschichte eines der bemerkenswertesten Völker der Antike. Jane Taylor verfolgt die Entwicklung der Nabatäer seit ihren nomadischen Ursprüngen, schildert ihre bewundernswerte Eigenschaft, sich der bedrohlichen Umgebung anzupassen und Handelswege durch die Wüste einzurichten. Die Autorin zeichnet den wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Aufstieg nach. Sie beschreibt das Verhältnis der Nabatäer zu ihren berühmteren Nachbarn und den Untergang des Königreiches in römischer Zeit. Auch das Alltagsleben dieses für rund 1500 Jahre in Vergessenheit geratenen arabischen Volkes erwacht zu neuem Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2002
Dass die Nabatäer noch immer ein in der Öffentlichkeit weithin unbekanntes Volk sind, ist für den mit "msi" zeichnenden Rezensenten eine "Posse der Weltgeschichte". Alexander der Große oder Augustus, glaubt der Rezensent, hätten ob dieser Wissenslücke nur ein mitleidiges Lächeln übriggehabt. Zur Freude des Rezensenten bietet Jane Taylor jetzt die Möglichkeit, diese Lücke zu schließen. In erfreulicher Ausführlichkeit gibt Taylor einen "wissenschaftlich recherchierten" und mit zahlreichen Fotografien illustrierten Einblick in die Geschichte, Kultur, Kunst, Religion und Wiederentdeckung dieses Volkes, lobt der Rezensent. Leider lassen Übersetzung und Lektorat nach Ansicht des Rezensenten an einzelnen Stellen zu wünschen übrig; das bleibt aber auch der einzige Kritikpunkt des von den Nabatäern und ihren monumentalen Bauten überaus faszinierten Rezensenten.
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