Janet Hobhouse

Die Furien

Roman
Cover: Die Furien
Dörlemann Verlag, Zürich 2023
ISBN 9783038201311
Gebunden, 448 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Anne Steeb und Bernd Müller. Ungekürzte Ausgabe. Bett entstammt einer New Yorker Familie, deren einst märchenhafter Wohlstand und liebevolle Verbundenheit miteinander ferne Erinnerung sind. Sie wächst in prekären Verhältnissen auf, der Vater spielt früh keine Rolle, mit der lebensunfähigen Mutter verbindet sie eine heillos verstrickte Beziehung. Erst als Bett einen ganzen Ozean zwischen sich und ihre Mutter bringt, gelingt es ihr, sich zeitweise von ihr zu befreien. Sie studiert in Oxford, heiratet ihre große Liebe und erlebt als junge Autorin rauschhafte Zeiten in der Londoner Kunst- und Literaturszene. Doch nach ihrer Rückkehr setzt sich das Drama mit ihrer Mutter fort, das erst durch eine Tragödie beendet wird.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 22.12.2023

Janet Hobhouse hat in ihrem letzten Roman Autofiktion geschrieben, und das weit bevor der Begriff in aller Munde war, erklärt Rezensentin Edelgard Abenstein. Die 1991 verstorbene New Yorker Autorin erzählt darin aus der Ich-Perspektive ihres Alter Egos Helen von drei Generationen von Frauen und deren Versuchen, ein selbstbestimmtes Leben zu leben: Großmutter, Mutter und Tochter. Und doch ist "Die Furien" mehr als ein Emanzipationsroman, lesen wir. Denn der "Kampf um das eigene Selbst", den Hobhouse hier so eindringlich beschreibt, sowie die Schuld, die man dabei zwangsläufig auf sich lädt, ist zeitlos und universell, so Abenstein. Hobhouse schreibt von diesem Kampf mal streng nüchtern, mal "ausufernd psychologisierend" und manchmal wunderbar lakonisch - jedoch immer mit großer Klarheit und Unnachgiebigkeit. Dass ihre Figuren nie zu Zerr- oder Abziehbildern werden, sondern stets lebensnah, facettenreich und ambivalent wirken dürfen, ist eine der großen Stärken dieses großartigen Romans, findet die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.11.2023

Viel Autobiografisches vermutet Rezensentin Sylvia Staude in diesem Roman von Janet Hobhouse, der dreißig Jahre nach ihrem Tod neu aufgelegt wird: Es geht um Helen, die Tochter, Bett, die Mutter, und Gogi, die Großmutter, deren schwierige Beziehungen schonungslos ausgeleuchtet werden. Sie besuchen eine Familientherapie, allerdings mit wenig Erfolg, Bett nimmt sich das Leben, Helens Krebserkrankung spiegelt sich in der der Autorin, meint Staude. Ein beeindruckender Roman, dessen Gewinn nur dadurch geschmälert wird, dass sich der Dörlemann-Verlag nicht die Mühe gemacht hat, die Erstausgabe für die Neuauflage noch einmal zu überarbeiten, bedauert die Kritikerin.

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