Herausgegeben von Daniel Barbu, Constanze Güthenke, Karin Schlapbach u.a. Helmut Berve (1896-1979) gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Althistorikern des 20. Jahrhunderts und hat die Geschichte seines Fachs 40 Jahre lang geprägt. Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er Lehrstühle sowie weitere akademische Funktionen in Leipzig, München und Erlangen inne. Diese Biografie verfolgt auf der Grundlage seiner wissenschaftlichen Werke, seiner umfangreichen Korrespondenz und anderer Archivalien Berves wissenschaftliche, intellektuelle und politische Entwicklung. Das Augenmerk gilt seinen zentralen Konzepten und erkenntnisleitenden Ideen. Darüber hinaus werden die akademische Karriere rekonstruiert und seine wissenschaftlichen und politischen Netzwerke offengelegt. Das Buch versteht sich als Beitrag zu einer kritischen Fachgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2023
Rezensent Uwe Walter hält Jasmin Weltes Biografie über Helmut Berve für eine Gelegenheit, Leben und Wirken des Althistorikers kennenzulernen, auch oder gerade weil der Gelehrte und sein Werke heute vergessen sind. Was genau damit gewonnen ist, erklärt Walter allerdings nicht. Die auf "gründliche Archivarbeit" gestützte Biografie leistet indes eine Kontextualisierung von Berves Arbeit im Nationalsozialismus, betont Walter. Berve erscheint als Wissenschaftler mit Hang zu terminologischer Unschärfe, der sich dem NS-Staat andiente und zugleich die Autonomie der Wissenschaft verfocht, lässt uns Walter wissen.
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