Als sich abzeichnete, dass die Rechten auf dem Vormarsch sind, als Klimaforscher*innen vor den Folgen exponenziellen Wachstums warnten und alle weitermachten wie bisher, da verspürte Jean Peters das Gefühl politischer Ohnmacht. Um dem zu entkommen, gründete er zusammen mit Gleichgesinnten das Peng! Kollektiv: Mit Fakes, Subversion und Ironie brechen sie die Krusten der Macht auf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2021
Rezensent Alex Rühle beschreibt mit Vergnügen, was ihm an diesem Buch so gut gefällt: Zum einen mag er den Humor, mit dem der Autor über seine eigenen Aktionen berichtet, aber noch besser findet er, dass der Autor sie auch "selbstkritisch analytisch beleuchtet". Zum zweiten befrage er alles, was er inszeniert habe, auf seinen Sinn und geht auch dem eigenen Denken damit auf kluge Weise auf den Grund, findet der Kritiker. Am besten aber gefällt ihm, dass durch diese Reflexionsarbeit eine Handreichung zum Widerstand entsteht, und freut sich daran, den Autor und seine Mitstreiter sogar "als Ermutiger" ansehen zu können. Dass auch die Rechte inzwischen gern mit dem Auftrag zum "zivilen Ungehorsam" zu punkten versucht, auf den sich Jean Peters und sein Kollektiv Berliner Peng! beruft, kontert der Kritiker am Ende mit dem Hinweis auf deren wirkliche "Kernkompetenzen Hass Gewalt". Und davon seien Peters und seine Freund:innen nicht nur weit entfernt, sie stünden ganz entschieden auf der anderen Seite.
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