Aus dem Amerikanischen von Jörg Trobitius. Künstler, Galerien, Kritiker: In Manhattan schlägt das Herz der Gegenwartskunst. Kaum ein großer Name, kaum eine neue Bewegung der letzten Jahrzehnte, die nicht von Manhattan ausgegangen wäre. Der Kunstkritiker Jed Pearl hat die Geschichte Manhattans als Kunstmetropole aufgeschrieben. Ein Who's Who der Künstler von Jackson Pollock über Andy Warhol bis Donald Judd. Und eine Liebeserklärung an Manhattan als Lebensform, die ein atemberaubendes Kapitel in der Entwicklung der Künste ermöglicht hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Mit Gewinn hat Niklas Maak dieses Buch über die Kunstmetropole New York und ihre Entstehung in den 1950er Jahren gelesen. Er bescheinigt dem Autor Jed Perl, den Prozess der Verlagerung der modernen Kunst nach New York und ihre Abnabelung von Europa gekonnt herauszuarbeiten. Dabei unterstreicht er besonders das Interesse des Autors an den weniger bekannten Künstlern, den "Dissidenten der Moderne", die nicht im Zuge des Kunstbooms um den "Abstrakten Expressionismus" und seiner Helden wie Jackson Pollock, Arhile Gorky und Willem de Koonig nach oben gespült wurden. Auch Perls mit zahlreichen skurrilen Anekdoten und Künstlerlegenden garnierte Schilderung der New Yorker Kunstszene der 50er und 60er Jahre hat ihm sichtlich gefallen. Überzeugt hat ihm zudem, wie der Autor Entwicklungen der Kunstszene mit der Topografie der Stadt in Beziehung setzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006
Geärgert hat sich Andrian Kreye über diesen Band, in dem Jed Perl den Kunstboom im New York der Nachkriegszeit beschreibt. Kreye glaubt zu wissen, woher die aus dem Buch sprechende negative Haltung des amerikanischen Kunstredakteurs der Wochenzeitung "New Republic" herrührt. Der Autor macht auf 700 Seiten einen Parforceritt durch die New Yorker Kunstszene, wobei er mit seinen persönlichen Vorlieben und vor allem Abneigungen nicht hinter den Berg hält, so der Rezensent. Er scheue sich nicht, die gesamte Pop Art als Clownerie zu verdammen und auch mit Ikonen wie Jackson Pollock, Jasper Jones oder Mark Rothko gehe er nicht zimperlich um, stellt Kreye fest. Der Rezensent betont zwar, dass der Autor durchaus über breites Wissen in der Kunstgeschichte verfügt, und seine Betrachtungen darüber hinaus auch in den Kontext anderer Kunstformen stellen kann. Was ihm bei Perl fehlt, ist sprachliche und gedankliche Anmut, und so findet er die Lektüre bald reichlich trocken. Auch die Frage, warum sich gerade New York nach dem Krieg so schnell zum Zentrum der Kunst entwickeln konnte, streift der Autor lediglich, so der Rezensent unzufrieden. So habe Perl die Gelegenheit verpasst, mit seinem Buch über die New Yorker Nachkriegskunst ein "Standardwerk" zu schreiben, so der Rezensent enttäuscht.
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