Der `Schwarm` hat sich zu einer der machtvollsten und zugleich umstrittensten politischen Symbole unserer vernetzten Gesellschaft entwickelt. Auf der Grundlage des Web 2.0 und der sozialen Medien finden sich Bürger zusammen, um emergente Kollektivität in Form menschlicher Schwarmbildung zu entfalten. Der liberale Verfassungsstaat muss einerseits die neuen demokratischen Legitimationspotenziale dieser menschlichen Schwärme fördern und aufgreifen, um nicht den Anschluss an die digitalen Formen gesellschaftlicher Kommunikation zu verlieren. Andererseits ist er aber auch verpflichtet, demokratische Institutionen wie beispielsweise das Parlament und das freie Mandat gegen Schwarmangriffe zu schützen. Indem der liberale Verfassungsstaat in seinen repräsentativen, plebiszitären, partizipativen und assoziativen Legitimationssträngen Schwarmkontakte akzeptiert und herstellt, wandelt er sich - jedenfalls ein Stück weit - zu einer Schwarmdemokratie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2017
Lisa Herzog versteht das Buch des Juristen Jens Kersten als Plädoyer dafür, den Weg zur Erfahrung mit der Schwarmdemokratie nicht vorschnell mit juristischer Engstirnigkeit zu verstellen. Auch wenn der Autor zwischen möglichen unterschiedlichen Schwärmen in einer Demokratie nicht differenziert oder sie bewertet, erfährt Herzog bei ihm doch allerhand Wissenswertes über die Ideengeschichte des Schwarms, die Ambivalenz von Schwärmen, über Insektenkunde und den juristischen Umgang mit dem internetbasierten Schwarmphänomen. Zu letzterem unterbreitet ihr der Autor einige "bedenkenswerte" Reformvorschläge.
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