Aus dem Chinesischen von Karin Hasselblatt. Der chinesische Student Chen Zhen wird während der Kulturrevolution in den 60er Jahren in die Innere Mongolei geschickt. Dort soll er das Leben der nomadisierenden Viehzüchter kennenlernen. Sofort ist er völlig in den Bann gezogen von dieser ihm gänzlich unbekannten und archaischen Welt. An der Seite Bilgees, seines alten mongolischen Lehrers, trotzt er Schneestürmen und sengender Hitze, und er erhält Einblick in die alten Mythen und Traditionen des mongolischen Volkes. Vor allem aber macht Chen Zhen die Bekanntschaft mit den Wölfen, deren Klugheit und Mut die Mongolen von jeher fasziniert haben und bald verbindet ihn eine tiefe Liebe zu einem Wolfsjungen, das er aufzieht. Doch dann kündigt sich Unheil an, denn als die Chinesen das wirtschaftliche Potenzial der mongolischen Steppe wittern, drohen Profitgier und blinder Fortschrittsglaube das Jahrhunderte währende Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur zu zerstören
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2009
Als "ein großes, ein grausames, ein problematisches Buch" würdigt Rezensent Ludger Lütkehaus diesen Roman Jiang Rongs, der in China ein Riesen-Bestseller ist. In der autobiografisch gefärbten Geschichte um einen chinesischen Oberschüler, der Ende der 1960er Jahre in die Mongolei geschickt wird, wo er das Leben der Nomaden kennenlernt, geht es für Lütkehaus auch um den Kampf zweier Kulturen, um den uralten Konflikt zwischen Nomaden und Sesshaften und um die Zerstörung eines bisher intakten Ökosystems durch technokratische chinesische Kommunisten. Er preist das erzählerische Können des Autors, lobt den Roman als durchgehend spannend, stellenweise "atemberaubend" erzählt, als "symbolstark" und "bilderreich". Andererseits scheint ihm der Ansatz, die ökologische Tragödie aus der Sicht einer individuellen Tiergeschichte - der Oberschüler zieht einen Wolf auf - zu erzählen, nicht glücklich. Problematisch findet er auch den vitalistischen Grundzug des Romans, seine Feier der Triumphe einer grausamen Natur. Gleichwohl sieht er in Rong einen "Meister monströser Bilder, aus denen die blutige Wahrheit wie die grausame Schönheit der Natur sprechen".
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