Wenn vom letzten Jahrhundert die Rede ist, dann meistens vom 19. Es ist jene Zeitspanne, die uns noch so nah ist, dass sie einer liebgewordenen oder verhassten Person ähnelt. Immerhin wurde fast alles - Segensreiches und Fürchterliches - mit dem wir uns in der westlichen Welt herumschlagen müssen, damals in Szene gesetzt. Eine Auswahl bietet Joachim Kalka mit seinem Wissen und seiner Gabe, Fernes nahe zu rücken, bis es sich fast greifen läßt: Goethe und Schiller, Napoleon und das U-Boot, technische Raserei, Spießbürger, Spitzel, Terrorist und bukolischer Antisemit - sie alle, vertraute, etwas unheimliche Verwandte, grüßen hinüber in unser 21.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.01.2014
Gern lässt sich Stephan Speicher von Joachim Kalka das 19. Jahrhundert erläutern. Für belesen genug hält er den Autor, aber auch für fähig, klug zu kombinieren, sodass es den Leser erfreut und bildet. Dass Kalka seinen Essay "Sammelbilder" nennt, findet Speicher schön bescheiden für eine Geschichtsschreibung, in der sowohl Wolfgang Menzel seinen Platz hat, als auch Balzac, Karl Kraus oder eine für Speicher wunderbare Deutung der grotesk geschmacklosen Hochzeitstorte in Flauberts "Madame Bovary". Am Ende scheint das Gesicht des 19. Jahrhunderts dem Rezensenten vertrauter.
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