Wer die Zukunft verstehen will, muss den Einhörnern folgen. Es sind Start-ups, deren Wert schon vor dem Börsengang mit über einer Milliarde US-Dollar beziffert wird. Bekannte Namen wie Airbnb, N26 oder das Weltraumprojekt SpaceX gehören dazu, aber auch viele Unbekannte aus China. Einhorn-Unternehmen zeigen uns, an welche Zukunft, Technologien und gesellschaftliche Umbrüche eine kleine Gruppe einflussreicher Investoren glaubt. Und je mehr Geld investiert wird, desto mächtiger werden diese Ideen. Joël Luc Cachelin beschreibt, wie der Einhorn-Kapitalismus funktioniert und welche Kräfte er freisetzt. Denn die Einhörner schalten nicht nur unsere Kreativität gleich, ebenso führen sie zu Entsolidarisierung und Spekulationsblasen. Eine Entwicklung, der wir nicht hilflos ausgeliefert sind. Wir können mit den Einhörnern umgehen und ihre Leidenschaft für unsere Ziele nutzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2020
Rezensent Robert Fieten bekommt vom Schweizer Betriebswirt Joël Luc Cachelin viele und gute Gründe präsentiert, dem Einhorn-Kapitalismus zu misstrauen. Einhörner sind jene Startups, die den globalen Markt aufrollen wollen, mitunter keinerlei Gewinn machen, aber trotzdem noch vor ihrem Börsengang auf einen Wert von über einer Milliarde Dollar geschätzt werden. Wie der Rezensent informiert, stellt Cachelin in seinem Buch etliche Einhörner vor, ihre Geschäftsmodelle und finanziellen Grundlagen. Dem Autor sind vor allem die superreichen Finanziers ein Dorn im Auge, stellt Fieten fest, die damit einen kaum erträglichen Einfluss auf das Weltgeschehen erhalten und natürlich auch am Ende die größten Erträge einstreichen. Sehr instruktiv findet der Rezensent das, allerdings hätte er gern noch weitere Kritikpunkte behandelt gesehen, etwa den "Skalierungsfetisch" oder die Blasenbildung.
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