Jörg K. Hoensch

Die Luxemburger

Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308 bis 1437
Cover: Die Luxemburger
W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2000
ISBN 9783170151598
Broschiert, 368 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Der "kleinen" Grafenfamilie der Luxemburger entstammten mit Heinrich VII., Karl IV., Wenzel IV. und Sigismund vier Römische Könige und drei Kaiser. Nur dem alle ritterlichen Attribute seines Zeitalters verkörpernden Johann dem Blinden blieb es verwehrt, neben der St. Wenzels- auch die Reichskrone zu erwerben. Erzbischof Balduin von Trier, der Bruder Kaiser Heinrichs VII., beeinflusste in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wie kein anderer Kurfürst das Geschehen im Reich. Die Luxemburger kontrollierten schließlich mit den Königreichen Böhmen und Ungarn den größten geschlossenen Länderkomplex im östlichen Mitteleuropa. Obgleich sie die weitere Aushöhlung der monarchischen Zentralgewalt nicht aufhalten konnten, gelang es ihnen immerhin, die Stellung des Reiches als maßgebliche Macht in Mitteleuropa zu behaupten. Mit diplomatischem Geschick und beeindruckender Einsatzbereitschaft suchten sie zudem den einschneidenden politischen, religiösen, geistig-kulturellen und wirtschaftlichen Umbrüchen ihrer Epoche an der Schwelle zur Neuzeit gerecht zu werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2001

Heinz Thomas lobt das Buch, doch gewinnt man von seiner Rezension unweigerlich den Eindruck, er hätte ein noch besseres geschrieben. Zwar lobt er den Autor als "kompetentesten Kenner der Materie", stellt fest, dass er alle Sprachen spricht, die die Luxemburger wohl oder übel beherrscht haben müssen - immerhin trugen sie zeitweise die Krone von Ungarn, Serbien, Bosnien, Dalmatien, Kroatien und noch einiger anderer Länder - und bescheinigt ihm eine "schnörkellose Prosa" geschrieben zu haben. Aber! "Nahezu unberücksichtigt bleibt das sich auch im Namen bekundende Selbstbewusstsein der Luxemburger." Zu diesem Thema hat Thomas dann soviel zu sagen, dass die "schnörkellose Prosa" Hoenschs am Ende der Kritik fast vergessen wäre, würde sich der Rezensent nicht noch einmal aufraffen und den "präzisen und gut lesbaren Überblick" erwähnen, den das Buch über die Geschichte der Luxemburger biete.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.10.2000

Schon seine "bestechend klare Prosa", so schreibt Friedrich Prinz, hebt dieses Buch von so manchem Trendigen über den Adel ab. Hinzu kommt, dass der Osteuropa-Spezialist nicht nur die Reichs- und Westeuropa-Politik der Luxemburger Dynastie unter die Lupe genommen hat, sondern ebenso ihren "ostmitteleuropäischen Aktionsbereich". Und auch, dass der Autor wiederum gegen einen herrschenden Trend verfährt, nämlich weiterhin ökonomische und soziale Grundlagen in seine Erzählung einfließen lässt, hat dem Rezensenten gut gefallen. Prinz verweist zudem lobend auf Hoenschs Darstellung der "niederträchtigen Politik" Kaiser Karl IV. gegenüber den Nürnberger Juden. Kritisch vermerkt der Rezensent nur, dass weder Erzbischof Balduin von Trier, ein wichtiger Mann im Hintergrund der luxemburgischen Macht, noch die langandauernde Wirkung der Goldenen Bulle genügend gewürdigt wurden. Dennoch ist er vom Nutzen dieses "informativen, konzisen Buchs" für Geschichtsstudenten und Laien sehr überzeugt.

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