Johann Karl Wezel

Herrmann und Ulrike

Ein komischer Roman. Zwei Bände
Cover: Herrmann und Ulrike
Die Andere Bibliothek, Berlin 2019
ISBN 9783847704119
Gebunden, 1000 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

Mit vierzehn Abbildungen und einem Dossier von Wolfgang Hörner.  "Herrmann und Ulrike", 1780 erschienen, ist mit Wielands "Agathon" und Goethes "Wilhelm Meister" das dritte Glanzstück des deutschen Bildungsromans. Gleich in der Vorrede erklärt Johann Karl Wezel vorausschauend den Roman zur "bürgerlichen Epopöe", die das Epos der adeligen Zeit ablösen wird - und tritt in seinem monumentalen Buch den Beweis an. Geschult an "Tom Jones", dem klassisch-komischen Roman von Henry Fielding, wird der Held Herrmann am bizarren Fürstenhof des Grafen Ohlau erzogen (der dem Fürstenhof in Sondershausen gleicht, an dem Wezel groß geworden ist). Der junge Mann verliebt sich in die unkonventionelle Baronesse Ulrike und die beiden entfliehen der adeligen Welt. Sie werden getrennt und versuchen in den Städten Dresden, Leipzig und Berlin ihr Glück. Um viele Erfahrungen - Unglück und Scheitern - reicher, werden sie sich wiederfinden, ein uneheliches Kind zeugen, wieder getrennt werden, um endlich zusammenzufinden, nachdem Herrmann sich im bürgerlichen Leben bewährt hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2019

Rezensent Willi Winkler erinnert an Johann Karl Wezel, Genie und Wahnsinniger, und an dessen "komischen Roman" von 1780. Wezels von Arno Schmidt geliebtem "Belphegor" folgt damit laut Winkler ein Text, der viel weniger dem Hass huldigt als der Bildung und der Liebe. Die soziologische Präzision, die der Autor dabei erreicht, findet der Rezensent bemerkenswert. Als grundstürzender Fortbildungs- und Weltverbesserungsroman scheint ihm das Buch auch viel aufregender als Goethes "Wilhelm Meister". Winkler hat sehr mitgelitten und sich an Wezels Sprache erfreut.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2019

Rezensent Hans-Albrecht Koch freut sich, dass der seinerzeit von Goethe und anderen Zeitgenossen verkannte Johann Karl Wezel in dieser opulenten Neuauflage seines "komischen Romans" gewürdigt wird, sogar mit den Kupfern der Originalausgabe im Anhang. Er findet nicht nur die "sprachlichen Purzelbäume", die Wezel hier zwischen Juristenfachsprache und dem Deutsch der Kaufleute schlägt, höchst amüsant, sondern auch die übersteigerten Liebesschwüre des unglücklichen Paares, das dem Buch den Titel gibt. Als Adelige und Bürgerlicher verfehlen sich beide über lange Zeit hinweg immer wieder, dabei sind die Hindernisse, die ihrer Liebe im Wege stehen, dem Kritiker zufolge eigentlich lächerlich leicht zu überwinden. Alles in allem hält Koch das Buch für ein herrlich sarkastisches Werk ohne den typischen Standesdünkel der Goethezeit.
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