Zeugnisse eines ungewöhnlich langen und intensiven Lebens. Band IV,1 umfasst die Edition der täglichen Aufzeichnungen Goethes von 1809 bis 1812 und die Register. Im Mittelpunkt der Tagebücher stehen die Arbeiten an den "Wahlverwandtschaften", der "Farbenlehre" und der Autobiografie "Dichtung und Wahrheit", außerdem Goethes Erlebnisse, Begegnungen und Studien während seiner Aufenthalte in Karlsbad und Teplitz, u. a. die Begegnung mit Beethoven. Band IV,2 kommentiert den Textband IV,1.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2009
1000 Seiten Kommentar, 10 000 Einzelnachweise, 2221 Registereinträge und bloß 200 Seiten Goethe-Text. Gustav Seibt reibt sich die Augen. Erfreut allerdings, weil die eher unpersönlich gehaltenen Tagebucheinträge Goethes zu seinem Tagesgeschäft so zeithistorisch, welthistorisch grundiert werden. Laut Seibt eine echte Gelegenheit für den Leser, die in diesem Zeitraum (1809-1812) entstandenen Lieblingswerke, wie zum Beispiel "Die Wahlverwandtschaften", neu zu lesen und den Klischee-Goethe ins Leben zurückzuholen. Über die Vielfalt von Goethes Beziehungen (politisch wie intellektuell) kann Seibt nur staunen, wie auch über die "wunderbaren Funde" der Herausgeber in den Archiven. Schreiereien am Theater oder der Brand von Smolensk - der Kommentar erschließt es dem Rezensenten, den Weltalltag hinter dem Alltag.
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