Übersetzt aus dem Französischen von Dirk Weissmann. Der französische Kulturhistoriker entwirft in seinem materialreichen Panorama 200 Jahre Geschichte der Farbe und ihrer Bedeutung. Im Zeichen der romantischen Suche nach dem Gesamtkunstwerk entdeckte die Literatur des 19. Jahrhunderts und der Jahrhundertwende in der Malerei wieder eine Quelle der Inspiration. Während sich die Maler durch die Kraft der Farben immer mehr zur Abstraktion hingezogen fühlten, befreite sich das moderne Schreiben langsam von den Fesseln der noch von Realismus und Naturalismus propagierten Mimesis. Bei Freud wird die Farbensprache als Körpersprache analysiert. Bei Wittgenstein wird eine Phänomenologie, nicht der Farbwahrnehmungen, sondern der Sprachspiele mit colour terms, vorgeführt. Im Schatten der Verfinsterung der Welt im 20. Jahrhundert verabschiedet die Postmoderne die Farbenpracht der klassischen Moderne und formuliert die Frage nach dem Verhältnis der Farben und der Wörter in neuer Weise.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2001
Geteilter Meinung ist Wolfgang Lange über dieses Buch. So lobt er zwar das umfangreiche Material, dass Le Rider hier zusammengestellt hat, doch nach Meinung des Rezensenten wird dabei zu viel "angeschnitten und aufgerissen", ohne weiter ausgeführt zu werden. Dies erschwere bisweilen den Überblick, zumal die Debatten und Erkenntnisse, die Le Rider hier anreißt, sehr vielfältig sind: "Tagebuchaufzeichnungen (...), psychoanalytische Deutungsmuster ebenso wie diverse Romane, Gemälde und Skulpturen" sowie "epistemologische, linguistische und neurokognitive Erkenntnisse". Diese Vielfalt hat jedoch nach Lange in mancher Hinsicht auch ihren Reiz, weil der Autor sein Thema "bis in die entlegensten Winkel" verfolge. Die mangelnde Stringenz ist dabei nach Ansicht des Rezensenten zwar ein Problem, doch der Leser, der sich darüber hinwegsetzt, wird - wie Lange verspricht - an diesem Buch "seine helle Freude haben".
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