Das neue Buch von Johannes Hösle knüpft an die erfolgreiche Kindheitsgeschichte "Vor aller Zeit" an, in der Hösle vom Aufwachsen in einer oberschwäbischen Schusterfamilie mit ihrem katholischen Kosmos erzählte. In "Und was wird jetzt?" geht es um die Jahre zwischen 1944 und 1952, um den Zusammenbruch des Nationalsozialismus aus der Perspektive eines pubertierenden Jungen und um das, was dann kommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2002
Der zweite Band mit den Lebenserinnerungen des Regensburger Romanisten Johannes Hösle - Band 1 ist vor zwei Jahren unter dem Titel "Vor aller Zeit" erschienen - lässt gleich mehrere Lesarten zu, meint Michael Schmitt. Einmal könne man die Kindheit, Jugend und das Erwachsenwerden des Autors unter der Perspektive einer Ablösung aus dem "tiefkatholischen Milieu" in Oberschwaben, wo Hösle aufgewachsen ist, interpretieren, und zwar im Kontext der Aufklärung, so der Rezensent. Zum zweiten lasse das Werk auch einen soziologischen Blickwinkel auf die Region, das Bildungsgefälle und die geisteswissenschaftliche Entwicklung des Autors, die der "Geschichte eines Bücherwurms" gleichkomme, zu. Und zum dritten schließlich sei dieser Band eine "assoziative Sozial- und Mentalitätsgeschichte", denkt der Rezensent. Deutlich werde in diesem zweiten Band, dass der Autor eine klare Abkehr vom Glauben oder die Abgrenzung einer "nicht selbst auferlegten Unmündigkeit" vollzogen habe. Dieser zweite Band sei daher, meint Schmitt, "spröder" als der erste, protokolliere aber das "entscheidende Ringen" des Autors "mit und um sich selbst".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2002
Vor zwei Jahren hatte der 1929 in der schwäbischen Provinz geborene Professor für Romanistik, Johannes Hösle, den ersten Teil seiner Kindheits- und Jugenderinnerungen veröffentlicht, nun liegt der zweite Teil über seine Jahre an einem schwäbischen Gymnasium vor, berichtet der Rezensent mit dem Kürzel "gna". Darin geht es vor allem, informiert der Rezensent, um die Nachkriegsjahre. Seine Erinnerungen habe der Autor allerdings, mäkelt "gna", etwas anekdotenhaft aneinandergereiht. Lehrer, Mitschüler und Bewohner von schwäbischen Dörfern hinterließen beim Leser nicht viel mehr als "einen hölzernen Klang", vieles bleibe schlicht "blass" und "spröde", findet der Rezensent, dem der erste Teil dieser Biografie wesentlich besser gefallen hat.
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