John Boyne

Das späte Geständnis des Tristan Sadler

Roman
Cover: Das späte Geständnis des Tristan Sadler
Arche Verlag, Hamburg 2012
ISBN 9783716026649
Gebunden, 333 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence. London, September 1919: Der junge Tristan Sadler steigt in einen Zug. Er fährt nach Norwich, um sich dort mit Marian Bancroft, der Schwester seines toten Kameraden Will, zu treffen, mit dem er Seite an Seite im Ersten Weltkrieg gekämpft hat. Als Gepäck trägt Tristan ein Bündel Briefe mit sich und seine Erinnerung. In Norwich trifft sich Tristan mit Marian in einem Café. Er erzählt ihr von seiner ersten Begegnung mit Will im Ausbildungslager Aldershot; von der Schiffspassage nach Nordfrankreich, vom Leben und Sterben im Grabenkampf, aber auch von der Freundschaft und dem Vertrauen, das sich die beiden jungen Männer schenken. Und er legt Zeugnis darüber ab, wie Will sein Leben einsetzt, um sich unter unmenschlichen Bedingungen einen Rest von Menschlichkeit zu bewahren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2012

Alexander Müller kann sich für "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" nicht begeistern, allein schon weil er die Geduld der Leser hier arg überstrapaziert sieht. Worum geht es? 1919 reist der angehende Schriftsteller Tristan Sadler zur Schwester seines im Ersten Weltkrieg gefallenen Freundes, um ihr dessen wahre Todesumstände mitzuteilen. Er ist, für die Zeit unaussprechlich, homosexuell und er erzählt, den Grund seiner Reise immer wieder hinausschiebend, von einer Männerliebe, Selbstverleugnung und Verrat, erfahren wir. Insbesondere die gezierte Verdruckstheit der Hauptfigur geht dem Rezensenten gehörig auf die Nerven  und er hätte von einem Frontsoldaten dann doch ein bisschen mehr sprachliche Direktheit erwartet. Das Ganze bezieht seine "Spannung" vor allem aus dunklen Hinweisen auf den späteren und für den Rezensenten durchaus erahnbaren Verlauf der Geschichte, und als es schließlich soweit ist, da hat Müller längst abgeschaltet, wie er bekennt.
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