John Boyne

Erde

Roman
Cover: Erde
Piper Verlag, München 2025
ISBN 9783492073929
Gebunden, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner. Was, wenn die Schuld bestimmt, wer wir sind? - John Boynes "Die Elemente". Eigentlich hat Evan Keogh alles. Als gefeierter Fußballprofi lebt er ein glanzvolles Leben in der Londoner High Society. Ein Leben, von dem viele träumen. Doch dann muss er sich vor Gericht in einem Missbrauchsskandal verantworten. Und der Prozess fördert in Evan zutage, was er am liebsten längst vergessen hätte: die eigene Vergangenheit. Er realisiert, dass er vor Jahren nicht nur vor der Enge seiner Heimatinsel geflohen ist, sondern vor sich selbst..."Erde" erzählt die Geschichte eines einsamen Jungen, der von seinem Ruhm nichts wissen will, und den die Ansprüche anderer zu einem Menschen gemacht haben, den er selbst nicht ausstehen kann. "Erde" ist Teil 2 von John Boynes großem Erzählprojekt "Die Elemente".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2025

"Atemlos" liest sich Rezensent Tobias Döring durch diese Kurzromanreihe von John Boyne. Die nur etwa 150 Seiten langen "weltumgreifenden, verschlungenen" Geschichten spielen etwa in Sydney, Dublin oder London, führen aber immer wieder zurück zu einer kleinen Insel vor der irischen Westküste, lesen wir. Alle Figuren sind mit diesem einsamen Eiland auf die ein oder andere Weise, aber auch untereinander, verbunden, erklärt der Kritiker. So unterschiedlich die Charaktere der Geschichten sind, der erste Teil "Wasser" dreht sich beispielsweise um eine ältere Frau, die auf der Insel ein neues Leben beginnen will, so ist ihnen doch allen etwas gemeinsam: Ihre Schicksale führen allesamt auf "zutiefst verstörende" Verbrechen zurück, meist sexueller Natur, verrät der Kritiker. Da eröffnen sich Döring wirklich brutale "Schreckenshorizonte", was vor allem in dieser Kürze ziemlich intensiv ist. Gut übersetzt von Nicolai von Schweder-Schreiner und Maria Hummitzsch entfalten die Geschichten so einen dunklen Sog, dem sich der Kritiker schwer entziehen kann. Allerdings gelingt das nicht immer gleich gut, in den mittleren Bänden sind es Döring der Knalleffekte etwas zu viel. Boynes erweist sich im "Elementenquartett" wieder einmal als Erzähl-Profi, findet Döring. Allerdings kommt dem Kritiker diese Reihe gerade dadurch streckenweise ein wenig zu routiniert vor, eher wie eine erzählerische Fingerübung. Nichtsdestotrotz verbringt er eine spannende Lektüre.  

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