Aus dem Englischen von Norbert Hofmann. Oft absonderlicher als die verrücktesten Wissenschaftler, machten exzentrische Reisende die Erkundung der Welt populär. Wer konnte dem Naturforscher widerstehen, der mit Königsschlangen gekämpft hatte, dem Wanderprediger, der splitternackt auf den Hindukusch stapfte, oder dem galligen Gouverneur, der seine amerikanische Kolonie verließ, um sich mit Affe, Papagei und geduldig leidender Familie auf eine Odyssee durch Europa zu begeben? Befreit aus ihren staubigen Monographien, zeigt sich der erste Engländer, der Lhasa erreichte, als ein kauziges Genie, und sein Landsmann, der als erster Riad betrat, als das Beinahe-Opfer seiner Leidenschaft für Decknamen. Und bei dem "Entdecker der Darden" bestimmten so sehr Intrigen und bizarres Verhalten seine Untersuchungen, daß man an seinem Verstand zweifelte. Aber wie seltsam sie auch sein mögen, alle Porträtierten in John Keays klassischer Darstellung obsessiver Reisender hatten ihren Mut und Eigensinn.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.08.2007
Gebannt und äußerst fasziniert folgt Harald Eggebrecht den Biografien von sieben außergewöhnlichen englische Reisenden des 18. und 19. Jahrhunderts, die der Historiker und Schriftsteller John Keay aufgeschrieben hat. Ihren Zeitgenossen galten sie als mindestens seltsam, manchmal auch als verrückt, dem heutigen Leser präsentiert Keay die sieben Männer eher als ihrer Zeit voraus, stellt der Rezensent fest. Dabei beschränkte sich ihre Originalität nicht auf Äußerlichkeiten, sondern zeigte sich in extremer Egomanie, völliger Angstfreiheit und einem unverbrüchlichen Forscherdrang, so Eggebrecht gefesselt. Ob der Autor den blinden James Holman, der bis nach Sibirien vordrang, oder das Sprachgenie Gottlieb Wilhelm Leitner porträtiert, er tut dies stets humorvoll und dabei dennoch mit dem angemessenen Respekt, lobt Eggebrecht, dem die sieben Reisenden durch die gelungene Darstellung richtig ans Herz gewachsen sind.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…