John Kenneth Galbraith

Die Ökonomie des unschuldigen Betrugs

Vom Realitätsverlust der heutigen Wirtschaft
Cover: Die Ökonomie des unschuldigen Betrugs
Siedler Verlag, München 2005
ISBN 9783886808212
Gebunden, 112 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Thorsten Schmidt. Ein dogmatisch gewordener Glaube an das vermeintlich segenreiche Wirken freier Märkte ist heute weit verbreitet. Die daraus resultierenden Irrtümer und Illusionen haben sich bei vielen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Medien zu einer Unfähigkeit gesteigert, die Wirklichkeit richtig wahrzunehmen. Es ist dieser Realitätsverlust, der sie zu unschuldigen Betrügern macht. Galbraith enttarnt die Floskeln des herrschenden wirtschaftswissenschaftlichen Jargons. So wird von freien Märkten geredet, wenn der Kapitalismus gemeint ist, und verschleiert, dass es hierbei immer auch um Fragen der politischen Macht geht. Er zeigt, wie es den Unternehmen gelungen ist, ihre eigene Bürokratie als effizientes Management zu verkaufen, während die staatliche Verwaltung zum Feindbild stilisiert wird. Galbraith fordert einen Staat und eine Öffentlichkeit, die sich nicht länger von den großen Konzernen und mächtigen Lobbys entmündigen lassen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.08.2005

Keiner dürfte mehr als John Kenneth Galbraith dazu berufen sein, auf die Ahnungslosigkeit der Mehrzahl gegenwärtiger Ökonomen in Sachen Geschichte hinzuweisen, findet der Rezensent Frank Lübberding. Das neueste Buch des bald Hundertjährigen ist denn auch eine Abrechnung mit der vermeintlichen "Unschuld", mit der im Kapitalismus betrogen wird. Schon die Ablösung des Begriffs des Kapitalismus durch den der "Marktwirtschaft" führe in die Irre. Es herrscht nämlich die Manipulation durch Marketing und in der wirtschaftlichen wie politischen Macht der Konzerne auch die "Verhinderung von Wettbewerb" an Stelle des freien Marktes. In vielen seiner Diagnosen kann der Rezensent dem Autor nur zustimmen. Er bemängelt allerdings, dass Galbraiths Fokus auf das betrügerische Management in Zeiten des neuen Finanzkapitals weniger gültig sei als früher. Auch die Kritik an der amerikanischen Geldpolitik findet Lübberding nicht zutreffend. Das ändert aber nichts daran, dass es sich für ihn um einen "lesenswerten und gut lesbaren Essay" handelt.

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