Jonas Mekas

I Seem to Live

The New York Diaries (1969-2011), Volume 2
Cover: I Seem to Live
Spector Books, Leipzig 2021
ISBN 9783959052900
Kartoniert, 1560 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Anne König, gestaltet von Fabian Bremer und Pascal Storz. In englischer Sprache. The New York Diaries, 1969-2011 fährt mit der minutiösen Beschreibung seines dichten Lebens in der New Yorker Underground Künstlerszene fort. Er setzt in den 1970er Jahren ein, einer Zeit, als das Chelsea Hotel eine zentraler Drehschreibe der Kreativität und ein vorübergehendes Zuhause des Filmemachers und Kritikers war. 1970 gründete Mekas gemeinsam mit Jerome Hill, P. Adams Sitney, Peter Kubelka und Stan Brakhage das Anthology Film Archives. Später kaufte er das Gerichtsgebäude an der 32 Second Avenue, wo sich das Anthology noch heute befindet. Mit über 90 Jahren beendete Jonas Mekas die editorische Arbeit an dem letzten Band seiner Autobiografie. Posthum veröffentlicht ist sie seinem cineastisches Werk ebenbürtig. Der zweite und letzte Band der Tagebücher enthält einen umfangreichen Personenindex.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.04.2022

Rezensent Tobias Lehmkuhl scheint angetan von den beiden Bänden mit Tagebucheinträgen, Fotos, Postkarten, Zeichnungen und anderen Dokumenten des Avantgarde-Filmemachers Jonas Mekas aus den Jahren 1950-2011. Persönliches und Gefühle kommen praktisch nicht vor, meint er, dafür die Dokumentation dessen, was es heißt, der Kunst noch die letzte Schüssel Bohnen zu opfern (buchstäblich!). Und Melancholie. Und eine inspirierende Unordnung des Materials, so Lehmkuhl. Den Rezensenten betört oft gerade die Sachlichkeit der Einträge, so wenn Mekas den Tod Ginsbergs festhält. Charmant erscheint ihm die Ausgabe gerade im englischen Original, mittlere Englischkenntnisse vorausgesetzt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2022

Rezensentin Verena Lueken gerät ins Schwärmen bei der Lektüre des zweiten Bands von Jonas Mekas' New Yorker Tagebüchern. Am liebsten möchte die Kritikerin gleich selbst nach New York reisen, vor allem in die dortige Kunstszene der Siebziger und Achtziger eintauchen, über die Mekas so berührend, warmherzig, poetisch, aber auch "realistisch" schreibe. Lueken liest Korrespondenzen mit Andy Warhol, erlebt Nam June Paik- und Laurie Anderson-Ausstellungen, erfährt aber auch einiges über "Bürokratie, Neid und Scheinheiligkeit". Mehr noch: Mekas' Reflexionen über Kunst und Kino, zur Banalität des kommerziellen Kinos etwa oder zu Kunst und Handwerk, folgt die Kritikerin begierig. Der Magie der zahlreichen, dem Band beigegeben Fotografien, die auch den privaten Mekas zeigen, kann sich Lueken ebenso wenig entziehen, wie den vielen persönlichen Briefen und Notaten, die dieses anregende Buch beschließen.

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