Jonathan Littell

Triptychon

Drei Studien zu Francis Bacon
Cover: Triptychon
Hanser Berlin, Berlin 2013
ISBN 9783446240322
Taschenbuch, 144 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Hainer Kober. Dass der Autor der "Wohlgesinnten" vom Werk Francis Bacons fasziniert ist, kann nicht überraschen. Er hält ihn für den "größten Maler des Fleisches seit Rembrandt". Vor Bacons erstem Triptychon von 1944 im Prado fragt Littell nach dem Einfluss von Velázquez, er dechiffriert Bacons Grammatik, folgt der Spur der Bildelemente in den Porträts seines Geliebten George Dyer und fragt schließlich nach dem "wahren" Bild bei Bacon, das nur "ein Bild des Todes" sein kann. Die vom Autor sorgfältig auf den Text abgestimmte Illustrierung erlaubt zu verstehen, "wie Bacons Malerei denkt", worum es dem Maler ging: "Um die Gewalt des Realen, verkörpert in der Malerei. Um die Gewalt der Malerei."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.03.2014

Catrin Lorch ist entsetzt. Wahrscheinlich fragt sie sich, wieso ein guter Schriftsteller sich zum Kunstkritiker aufschwingen muss. Jonathan Littell nämlich, so erklärt die Rezensentin, scheitert kläglich daran, Francis Bacons Malerei und seine Literatur miteinander fruchtbar zu verbinden. Statt Erkenntnis oder wenigstens Ehrfurcht, muss Lorch positionsloses, hybrides, verquastes Geschwafel mitanhören, während der Autor auf Bacons Spuren "exklusiv" durch den Prado flaniert. Da zieht Lorch den Maler als Rätsel aber vor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.12.2013

Mit diesem Band über den Francis Bacon hat Jonathan Littell den Rezensenten wirklich beeindruckt. Dass Littell so genau hinsehen kann, und dann auch noch so uneitel, aber doch einfallsreich und klug über Kunst schreiben kann, das nötigt ihm Respekt ab. Denn Arno Widmann hat auch einiges gelernt in diesem Buch: über Bacons vielschichtiges Verhältnis zu Mark Rothko, über die Bedeutung der Blutflecken, der Regenschirme und die Transzendenz. Und das alles ohne Jargon oder bedeutungsschwangere Geraune. Für Widmann ist "Triptychon" nicht nur eines der anregendsten Bücher über Bacon seit langem, sondern über die Malerei insgesamt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2013

Schade, meint Christian Demand, eigentlich hätte Jonathan Littell alle Voraussetzungen mitgebracht, um als informierter, neugieriger Amateur ein schönes Buch über Francis Bacon schreiben zu können. Sein "Triptychon" ist aber über weite Strecken enttäuschend, findet der Rezensent. Statt sich an die Forderung zu halten, jedes Bild Bacons einfach lange zu betrachten, sich die Zeit zum drüber nachdenken zu nehmen, wie er es an einer Stelle selbst fordert, bauscht der Autor seinen Text mit reichlich willkürlichen Verweisen auf die umfangreiche Sekundärliteratur auf, streut Anekdoten ein, aus denen er voreilige Schlüsse zieht, und sucht die unbedingte Nähe zu Bacon, wodurch er den notwendigen Abstand zum Gegenstand aber nicht verkleinert, sondern nur überspringt, kritisiert Demand.

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