Aus dem Spanischen von André Höchemer. Zum ersten Mal in deutscher Sprache wird das gesamte Werk "Alack Sinner" komplett in einem Band veröffentlicht. Die Sammlung umfasst sämtliche Abenteuer des Ex-Polizisten und Privatdetektivs, die zwischen 1975 und 2006 von den Argentiniern José Muñoz und Carlos Sampayo kreiert wurden. Alack Sinner ist ein Detektiv aus dem Kanon der amerikanischen schwarzen Serie: ehrlich, aber desillusioniert und zynisch, misanthropisch und einsam, aber Verteidiger derer, denen niemand hilft. Ein Antiheld, der Fälle löst, während er über sich selbst und die Gesellschaft reflektiert.
Christoph Haas freut sich über die deutsche Ausgabe eines "Meilensteins der Comic-Moderne". Sämtliche Storys um den New Yorker Privatdetektiv Alack Sinner von Carlos Sampayo (Text) und José Muñoz (Zeichungen) in einem Band, da kommt Haas aus dem Schwärmen nicht heraus, auch wenn das Format verkleinert ist und die Edition ohne Vor- und Nachwort auskommen muss. Die Entwicklung des Zeichners Muñoz vom Realismus des amerikanischen Zeitungsstrips zum karikaturistisch und kontrastreich arbeitenden Film-Noir-Poeten mit eigener Note kann Haas über 700 Seiten hinweg verfolgen. Ebenso Sampayos Weg vom spannenden Hardboiled-Stil à la Raymond Chandler zum elliptisch erzählenden Autor, der sich mehr und mehr für die Figuren und ihre Lebenswelt interessiert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.10.2019
Für den Rezensenten Fritz Göttler ist das Comic-Autoren-Duo José Muñoz und Carlos Sampayo eine gesetzte Größe. Mit einem lakonischen "Jedes Bild eine Explosion" annonciert er die gebündelten Fälle ihres New Yorker Detektivs Alack Sinner, dessen Existenz durch und durch Noir ist: Harlem und Greenwich Village sind sein Revier, Wehmut und Tristesse seine natürlichen Gefühlslagen. Zwei Dinge hebt Göttler hervor: Muñoz und Sampayo sind zwar bei Hugo Pratt in die Schule gegangen, aber vor allem im Buenos Aires der Militärdiktatur vom magischen Realismus geprägt worden, und verbinden dementsprechend, wie Göttler schreibt, Intellektualität, Politik und Kolportage. Und: Sie kannten New York nicht, als sie die Sinner-Comics entwarfen. Daher das fragmentarische Bild, das an Zerrissenheit grenzt.
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