Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518432709 Gebunden, 431 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
"Ich schreibe dich - / Zur Welt bist du wieder gekommen / mit geisternder Buchstabenkraft", heißt es in einem der Gedichte von Nelly Sachs, das Josef Winkler in seinem neuen Roman zitiert, in dem er seine fünf Jahre ältere, mittlerweile verstorbene Schwester Maria, die sich in ihrer gemeinsamen Kindheit auf dem Bauernhof vor allem um den rebellischen Josef gekümmert hat, in die Welt zurückschreibt. Für eine Ausbildung zur Konditorin verlässt sie das Dorf, arbeitet jahrelang in den verschiedensten Hotels, kehrt nach Ausbruch ihrer seelischen Erkrankung und nach dem ersten Selbstmordversuch in ihr Elternhaus zurück, wo sie auf ihren Bruder Josef trifft, der nach dem Skandal um sein erstes Buch ebenfalls dort Zuflucht sucht.Der Roman Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht, der mit Josef Winklers "Buchstabenkraft", auch in surrealen Bildern, andeutet, welche ungeheuerlichen Vorkommnisse das Dasein seiner Schwester bis in den Tod verdunkelt haben mögen, verschränkt die Heimkehr der verlorenen Tochter und die Rückkehr des verlorenen Sohns ineinander.
Rezensent Christoph Schröder hält Josef Winklers Roman "Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht" insgesamt für ein sehr kraftvolles, sprachlich einzigartiges, aber auch forderndes Buch. Der Roman des österreichischen Autors Josef Winkler erzählt von seiner von Gewalt geprägten Heimat, vom schwierigen Vater und von der lebenslang an Schizophrenie erkrankten Schwester Maria, der er ein literarisches Denkmal setzt. Rezensent Schröder betont, dass Winkler seit seinem Debüt an einem einzigen großen "Lebensbuch" schreibt, dessen Motive - Dorf Kamering, katholische Enge, Gewalt, Außenseiter - sich hier besonders dicht bündeln. Er lobt die dunkle Sinnlichkeit, die strenge Form und den politischen Furor des Romans, warnt aber zugleich, dass man sich diesem zersplitterten, episodenhaften Erzählen nur mit großer Bereitschaft zu Zumutungen öffnen kann. Winkler schreibt wie immer "um sein Leben", beziehungsweise auch sein "Überleben", schließt der nachhaltig beeindruckte Rezensent.
Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.… Siri Hustvedt: Ghost Stories Aus dem Amerikanischen von Uli Aumüller und Grete Osterwald. Als er im Sterben lag, sagte Paul Auster seiner Frau, er wolle ein Geist werden. Und das ist er für Siri Hustvedt… Colin Walsh: Kala Aus dem Englischen von Andrea O'Brien. In der Küstenstadt Kinlough an der Westküste Irlands treffen drei alte Freunde nach Jahren wieder aufeinander. Im Sommer 2003 gehörten…