Herausgegeben von Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann. Joseph Breitbachs Romandebüt von 1932 entfaltet ein weites Panorama der politischen Verhältnisse, aber auch der Emotionen und sexuellen Neigungen. Ort und Zeit der Handlung ist das seit Herbst 1918 von amerikanischen Truppen besetzte Koblenz. Da ist einerseits die großbürgerliche Fabrikantenfamilie Dasseldorf, die sich schwer mit der Besatzung arrangieren kann, und andererseits die kleinbürgerlich-proletarische Familie Hecker, deren Sohn Peter zwischen Verführung, homosexueller Neigung und Zwang zur Promiskuität wechselt. Während Susanne Dasseldorf im Feind, dem amerikanischen Major, den Menschen und den Mann erkennt und sich doch dem attraktiven proletarischen Boxer Peter Hecker zuwendet, bleibt Schnath, der Sekretär der Dasseldorfs, in den Zwängen der sexuellen Konventionen befangen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.04.2007
Volker Breidecker preist den Roman "Die Wandlung der Susanne Dasseldorf", mit der die Werkausgabe von Joseph Breitbach eröffnet wird, als höchst innovativen Roman, der neben ungewöhnlicher Konstruktion und unkonventionellen Hauptfiguren die wohl unverblümteste Darstellung von Homosexualität seiner Zeit zu bieten hat. Das Buch spielt während der amerikanischen Besatzung von Koblenz 1918, in der ein strenges Fraternisierungsverbot für die Amerikaner mit den Deutschen herrschte. Im turbulenten Beziehungsgeflecht um die junge Susanne Dasseldorf, die am Ende einen amerikanischen Offizier heiratet, werden vor dem Horizont der sozialhistorischen und politischen Zeitumstände die amourösen Verwicklungen entfaltet und packend von der dramatischen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erzählt. Mit seinen vielen Hauptfiguren und ständig wechselnden Erzählperspektiven weist der Roman eine originelle Konstruktion auf, der man zwar gewisse "Schwächen in der Erzählführung" vorwerfen könnte, die allerdings durch äußerst brillante Dialoge und Einzelepisoden mehr als ausgeglichen werden, versichert Breidecker.
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