Neben der staatlichen Regulierung des Filmmarktes werden in diesem Buch vor allem die Filmpräferenzen der Kinobesucher im NS-Staat untersucht, die sich in einer Nachfrage nach bestimmten Filmen ausdrücken. Bis zu 50 Mio. Kinobesucher haben 7,6 Mrd. Eintrittskarten gekauft und damit einige wenige Filme zu überragenden Erfolgen gemacht wie z. B. "Zirkus Renz" (37 Mio. Karten) oder "Operette" (30 Mio.). Es war möglich, die Zahl der verkauften Tickets für alle knapp 2.000 in der NS-Zeit gezeigten Filme zu ermitteln und diese nach ihrem Erfolg beim Publikum zu hierarchisieren. Die Filmerfolgsranglisten für die Jahre 1933 bis 1944 werden so interpretiert, dass neue Einsichten in die Filmkultur der NS-Zeit gewonnen werden. Das Kino dieser Zeit zeigt sich als eine in einem hohen Maß durch die Marktkräfte bestimmte Institution, in der das Publikum eine erhebliche Macht hatte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2021
Die deutschen Kinos kamen während der NS-Jahre auf die enorme Zahl von 7,6 Milliarden Besucherinnen und Besuchern, in den Kriegsjahren waren es 1,3 Milliarden pro Jahr. Wie der hier rezensierende Filmwissenschaftler Rainer Rother erklärt, folgt Joseph Garnacz mit seiner Studie der These, dass die NS-Filmindustrie weniger auf staatliche Vorgaben reagierte als auf den Geschmack des Publikums: Die Marktmechanismen blieben in Kraft. Garnacz wertet dafür Besucherzahlen der Berliner Kinos aus, was Rother nicht zwar nicht unbedingt repräsentativ findet. Aber da der Autor ausgesprochen sorgfältig vorgehe und seine Verfahrensweise transparent mache, entnimmt Rother dem Buch wertvolle Erkenntnisse oder Präzisierungen zum Kino in der NS-Zeit.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…