Vom Weltgeschehen und den großen Konflikten des Kalten Krieges berichteten DDR- und BRD-Korrespondenten häufig ganz gegensätzlich. Das vorliegende Buch geht den Fragen nach, wer diese Korrespondenten waren, mit welchen Rollenverständnissen sie an ihren Beruf gingen und mit welchen Arbeitsrealitäten sie konfrontiert waren. Welchen Repressalien waren Westkorrespondenten im Osten und Ostkorrespondenten im Westen ausgesetzt? Gab es zwischen den "Klassenfeinden" nur journalistische Stellvertreterkriege oder auch Berührungspunkte, gar Kooperationen? Gerieten die Korrespondenten ins Visier von Geheimdiensten?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2015
Peter Voss freut sich im großen Ganzen über den von Lutz Mükke kompilierten Band mit den Erinnerungen von 17 deutschen Korrespondenten des Kalten Kriegs. Das liegt zum einen schlicht daran, wie er mitteilt, dass Journalisten nun mal erzählen können. Zum anderen aber bringt das Lesen gegen den Strich dem Rezensenten Einsichten ins Korrespondentenfach, die nicht immer positiv ausfallen, von Voss allerdings als Erkenntnisgewinn verbucht werden. Dass die Autoren nicht ohne Erinnerungsfehler, Beschönigungen der eigenen Arbeit oder Verharmlosung der eigenen Rolle auskommen, hätte er etwa gerne von den Editoren stärker reflektiert gesehen. Auch fehlen ihm Informationen über die Auswahlkriterien der Beiträger sowie über eventuelle Absagen und Begründungen. Wieso jemand wie Gerd Ruge oder Peter Scholl-Latour im Band nicht vertreten ist, leuchtet Voss nicht ein.
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