Mit Gunna Wendt. "Ich bin kein Computerkritiker. Computer können mit Kritik nichts anfangen. Ich bin Gesellschaftskritiker", so Joseph Weizenbaum. Vitale Bereitschaft, die eigene Erfahrung einzubringen, Verantwortung zu übernehmen, sich gegen Entmündigung zu wehren, das ist sein Kennzeichen. Seine widerständigen Geschichten hat er Gunna Wendt erzählt. Aber er lässt auch teilhaben an seinen Erfahrungen, seiner Vision. Die Bilanz eines humanistischen Lebens. Am Ende bleibt die Überzeugung: Es gibt sie, die Inseln der Vernunft - trotz allem.
Ein Computerwissenschaftler, der kritische Distanz zu seinem Metier hat - Rezensent Dieter Grönling ist entzückt. Das Buch ist ein autobiografischer Interviewband mit dem Computerwissenschaftler Joseph Weizenbaum. Er erzählt von seinen Erinnerungen an Berlin, aus dem er 1936 mit seinen Eltern flüchten musste, von seiner Ankunft in Amerika und natürlich seinem Fachgebiet, den Computerwissenschaften, erklärt der Rezensent. Weizenbaum lieferte immer beides, erfahren wir, die neueste technische Entwicklung, und die Kritik daran. So entwickelte er 1966 Eliza, ein Sprachanalyseprogramm, dass die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine begründete, ein Vorläufer der Chatbots. Eliza suggerierte dem Fragenden, er kommuniziere mit einem Menschen. In Wahrheit war es jedoch ein Computerprogramm mit 200 Mustern und Antworten. Denken konnte der Computer damals so wenig wie heute. Weizenbaum war entsetzt, als er merkte, dass selbst Wissenschaftler nach einem Chat mit Eliza fest glaubten, der Computer habe "Einfühlungsvermögen" gezeigt. Das ist jedoch nicht alles, versichert der Rezensent. Weizenbaum sei in keine Schublade zu stecken. Er habe gegen den Vietnamkrieg protestiert wie gegen den Irakkrieg und kritisiere das Internet für seine "Desinformationsflut". Wenn Weizenbaum sich als "Gesellschaftskritiker" bezeichnet, kann Grönling nur zustimmen.
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