Antisemitismus und jüdische Perspektiven stellen häufig eine Leerstelle in intersektionalen Debatten und Debatten über Intersektionalität dar. Das vorliegende Buch macht jüdische Positionen und Erfahrungen mit dem Konzept der "Gojnormativität" artikulier- und sichtbar. Es lotet das Verhältnis von Jüdischsein und Weißsein aus, geht der spezifischen Unsichtbarkeit von Juden_Jüdinnen nach und schaut sich Debatten über Antisemitismus und Gedenkpolitiken mit einem spezifischen Fokus an. "Gojnormativität" fordert ein anderes Sprechen über Antisemitismus ein sowie das konsequente und bedingungslose Einbeziehen von Juden_Jüdinnen in intersektionale Diskurse und Politiken. Gleichzeitig ist das Buch ein engagiertes Plädoyer für solidarische und intersektionale Bündnisse und Allianzen.
Philipp Weichenrieder empfiehlt das Buch von Judith Coffey und Vivien Laumann, um unter die Oberflächen von Konflikten über Antisemitismus zu gelangen. Die im Buch geschilderten Erfahrungen einer nichtjüdischen narrativen Norm im Zusammenhang mit dem Sprechen über Antisemitismus scheinen Weichenrieder aufschlussreich. Sie öffnen den Blick auf eine subversivere antisemitische Ideologie in der Gesellschaft und in Diskursen in Kunst und Kultur und stärken das Bewusstsein für jüdische Positionen, glaubt der Rezensent.
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