Die Lebensbedingungen auf der Welt, insbesondere in den Entwicklungsländern, sollen sich, so hört man es oft, laufend verschlechtern. Insbesondere Institutionen, die von und für die Entwicklungshilfe leben, vertreten diese These. Mit reichem Datenmaterial belegt der Verfasser, dass fast überall auf der Welt die Lebenserwartung steigt, sich Bildungsstand und Ernährungslage verbessern, kurz, der Wohlstand zunimmt. Mit einer Ausnahme: Schwarzafrika. Wolff geht weiter, er warnt vor dem Trugschluß, dies sei auf Entwicklungshilfe zurückzuführen und erfolgreiche Entwicklungsprojekte seien mit erfolgreicher Entwicklung gleichzusetzen. Reformvorschläge für die Entwicklungshilfe schließen den Band ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2006
Erhellend findet Rezensent Erich Weede dieses Buch des Entwicklungssoziologen Jürgen H. Wolff, das einen kritischen Blick auf die Entwicklungshilfe wirft. Einig ist er sich mit dem Autor in dessen Einschätzung, dass es um einen Nachweis der Effektivität schlecht bestellt ist. Die meisten Projekte würden nicht wirklich evaluiert, externe Gutachter seien oft nicht unabhängig. Weede verweist auf Wolffs Darlegung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die im Blick auf die Frage nach der Effektivität ein unübersichtliches Bild ergibt. Plausibel scheint ihm das Fazit des Autors, wonach zwar die Unwirksamkeit von Entwicklungshilfe nicht nachgewiesen ist, deren Wirksamkeit allerdings auch nicht. Letztlich blieben die Bedingungen der Wirksamkeit umstritten. Gern hätte Weede mehr über die Nähe von Entwicklungshilfe zur Planwirtschaft erfahren. Dies bleibt aber sein einziger Kritikpunkt, so dass er das Buch zur Lektüre nur empfehlen kann.
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