Der Gallische Herkules, die Faszination französischer Sprache und Rede, hat nicht nur die Völker Frankreichs an seinen goldenen Ketten nach Paris geführt, er hat auch die Nachbarn jahrhundertelang in seinen Bann geschlagen. Könige und Republiken haben die schöne Sprache tatkräftik bei ihrem Verführungswerk unterstützt. Die Revolution hat sie zur universellen Sprache der Freiheit erhöht. Sprache war n Frankreich immer auch eine politische Angelegenheit. Allerdings läßt die verführerische Kraft des eloquenten Helden dramatisch nach. In dreizehn Kapiteln werden Aufstieg, Siege und anhaltende Kämpfe des Gallischen Herkules in Frankreich und im Verhältnis zu Deutschland unter sprachgeschichtlichen, sprachpolitischen, wissenschaftsgeschichtlichen und sprachphilosophischen Aspekten behandelt - bis zur gemeinsamten eurpäischen Niederlage.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2002
Ein überaus interessantes Thema habe sich der Romanistikprofessor Trabant hier ausgesucht, findet der mit "lx" zeichnende Rezensent. Es gehe zum einen um die Erfolgsgeschichte des Französischen, das über die Jahrhunderte hinweg mit Macht und Politik verbunden gewesen sei. Zudem sei sein Einfluss auf andere Kulturen, wie eben auch auf die deutsche, von jeher enorm gewesen, so groß sogar, dass sie zeitweise einer "kulturellen Unterwerfung" geglichen habe - daher auch die Metapher des "gallischen Herkules". Im zweiten Teil des Buchs ist nach Auskunft des Rezensenten von den Besonderheiten der deutsch-französischen Sprachbeziehungen seit dem Dreißigjährigen Krieg die Rede.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.10.2002
Als "engagierten Beitrag zum Abbau der "sprachlichen Maginotlinie" zwischen Deutschland und Frankreich", würdigt Sonja Asal Jürgen Trabants Band "Der Gallische Herkules", der eine Reihe von Studien zur Sprachtheorie und -geschichte versammelt. Wie die Rezensentin darlegt, klärt Trabant nicht nur die Reichweite der französischen Gesetzgebung, die den Sprachgebrauch in bestimmten öffentlichen Bereichen reglementiert, er macht vor allem einsichtig, wie die Aspekte von Sprache als Mittel der Erkenntnis, der Kommunikation und der Politik unauflösbar verwoben sind. In erster Linie betreffe dies das Verhältnis von Sprache und Macht, das in Frankreich aus der Sprache ein Politikum und aus der Politik eine sprachliche Angelegenheit mache. Insbesondere Trabants Aufsatz über "Ursprung und Genie der Sprache" hat es Asal angetan. Trabants arbeitet darin heraus, vermerkt Asal, "dass Sprachen nicht gleichsam durchsichtige Medien zum Transport geistiger Inhalte sind, sondern sich durch ihre kognitive Verschiedenheit auszeichnen". Es sind "kostbare historisch-individuelle Gefäße des Miteinander-Denkens", zitiert sie Trabant. Diese Gefäße zu pflegen, sei daher auch Aufgabe jeder Sprachgemeinschaft, pflichtet Asal dem Autor bei.
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