Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Rolf Wintermeyer. In diesem klassischen Text aus dem 19. Jahrhundert beschreibt Jules Michelet sprachgewaltig und poetisch das Meer als gigantisches Naturphänomen und zwar nicht nur unter seinen biologischen und geographischen Aspekten, sondern immer auch gleichsam von innen, aus der unmittelbaren Begegnung. Schaudernd lernen wir beim Lesen die Faszination des Meeres als bedrohliche Naturgewalt kennen, erleben es aber auch als Ort der Erholung und als Nahrungslieferant und Wirtschaftsfaktor. Ein Meisterwerk der Naturgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.05.2007
Hermannus Pfeiffer kann dieses 1861 von Jules Michelet verfasste und nun in deutscher Übersetzung vorliegende Werk über das Meer auch heutigen Lesern nur wärmstens ans Herz legen, und er beschwört dessen Aktualität angesichts der gegenwärtig drängenden ökologischen und ökonomischen Fragen. Ohne ein angemessenes Verständnis der Meere ist auch ein Weltverständnis nicht möglich, so der Rezensent, der die Überlegungen des Autors zur Umgangsweise mit der Tier- und Pflanzenwelt und zur Nutzung der unermesslichen Reichtümer, die der Menschheit bei richtiger Anwendung noch lange zur Verfügung stehen könnten, immer noch sehr bedenkenswert und zeitgemäß findet. Zudem lobt er die Übersetzung von Rolf Wintermeyer, der die das Pathos nicht scheuende Erzählweise Michelets überzeugend ins Deutsche gebracht hat, wie er findet.
Fasziniert zeigt sich Rezensent Cord Riechelmann von dieser Neuauflage von Jules Michelets erstmals 1861 erschienener klassischer Studie über das Meer. Er würdigt das Werk als die erste "materielle Betrachtung" der ökologischen Gegebenheiten der Meere und bescheinigt dem Autor ein für seine Zeit erstaunliches Bewusstsein für seine Gefährdung. Ausdrücklich warne er vor Überfischung und fordere ein Walfangverbot. Beeindruckend findet er vor allem das methodische Vorgehen des Historikers, etwa wenn dieser die Entdeckung der Meeresströme mit dem Wandel der Lebenseinstellungen zum Meer konfrontiere und daraus auf den Wandel der kollektiven Mentalität in der Geschichte schließe. Riechelmann sieht darin den Beginn der Mentalitätsgeschichte. Besonders unterstreicht er die kritische Betrachtung der kapitalistischen Produktionsweise, die Michelet als Bedrohung von Mensch und Natur betrachtete. Eingehend widmet er sich der Verwandtschaft des Werks mit Melvilles "Moby Dick". Sein Fazit über das "Das Meer": eine der "wichtigsten Studien des 19. Jahrhunderts".
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