Aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel. Eine neue Folge virtuoser Essays von Stephen Jay Gould, dem Meister der Naturgeschichtsschreibung. Die Themen erstrecken sich von der Fossilforschung des 18. Jahrhunderts (und vor allem den Fälschungen -- so kommt es zum Begriff der "Lügensteine") über die Erfindung der wissenschaftlichen Naturgeschichtsforschung durch Buffon, Lavoisier und Lamarck bis hin zu den kurioseren Erscheinungen in der Evolutionsgeschichte. Abermals erweist sich Gould als glänzender Wissenschaftshistoriker, der es wie kein zweiter versteht, ein großes Publikum für seine Themen zu begeistern und dabei hervorragend zu unterhalten.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 05.06.2003
Als einen "begnadeten Geschichtenerzähler" charakterisiert Hans-Volkmar Findeisen den 2002 gestorbenen Geologen und Zoologen Stephen Jay Gould, der mit seinen Publikationen in den USA eine solche Popularität erreicht habe, dass er selbst in die Comics der Simpsons aufgenommen wurde. In dem 2000 veröffentlichten Buch "Lügensteine von Marrakesch" gehe es um "seine letzte Vision des Glücks des Forschenden". Neben Kolumnen und Rezensionen versammle es verschieden Aufsätze, aus der Geschichte des naturwissenschaftlichen Denkens. So seien etwa die titelgebenden "Lügensteine" - Versteinerungen, die "dem weiblichen Geschlecht verdammt ähnlich" sehen - Fossilien einer muschelverwandten Tierart, was die Vertreter der im 16. Jahrhundert entstehenden Paläontologie aber noch nicht wissen konnten. Was Goulds "Spiegelgefecht mit der ziemlich trockenen Materie des Naturgeschichtlers" so publikumswirksam mache, sei Goulds Zaubermittel, die Form des biografischen Essays: "Er präsentiert die Naturwissenschaft aus dem Blickwinkel der Kulturwissenschaft und schlägt zwischen ihnen unzählige Brücken."
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