Mit zahlreichen Abbildungen. Neugierige Berberaffen, kämpfende Bärenpaviane, scheue Guineapaviane: Das sind nur einige der Protagonisten dieses spannenden Buches. Die Primatenforscherin Julia Fischer geht in ihm den vielfältigen Formen des Zusammenlebens von Affen nach, untersucht die Ursprünge und Grenzen ihrer Intelligenz und fragt, ob sie so etwas wie eine Sprache besitzen. Durch die Verbindung von Labor- und Feldforschung gelingt es ihr, erstaunliche Gemeinsamkeiten im Sozialverhalten von Mensch und Affe, aber auch die Unterschiede aufzuzeigen, die uns von unseren nächsten Verwandten trennen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2012
Begeistert hat Rezensent Johan Schloemann Julia Fischers Forschungsarbeit zu den Unterschieden von Menschen und Affen gelesen. In "Affengesellschaft" erkläre die Göttinger Verhaltensbiologin unterhaltsam, verständlich und zugleich auf hohem wissenschaftlichem Niveau, was man in den Bereichen Kooperation, Kognition und Kommunikation über das Leben der Affen in sozialen Gruppen herausgefunden habe. Und so erfährt der Kritiker aus den einfühlsamen Beobachtungen der Primatenforscherin etwa, dass Affenmütter bei der Betreuung ihrer Nachkommen starke individuelle Unterschiede aufweisen oder dass Affenmännchen den Nachwuchs von Konkurrenten töten, wenn dieser dem Sex mit dem Weibchen im Wege stehe. Darüber hinaus räume Fischer mit Fehlurteilen über die Gemeinsamkeiten zwischen Menschen und Affen auf, berichtet der Rezensent: so verfügen Affen zwar beispielsweise über Vorstellungen von Zeit, Mengen und Größen - ohne jedoch unsichtbare kausale Zusammenhänge erfassen zu können. Ein "wunderbares" Buch, das der Kritiker nachdrücklich empfehlen möchte.
Mit viel Lob bedenkt Katharina Granzin dieses Buch der Primatologin Julia Fischer. Wer sich für das soziale Leben von Affen interessiert, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Das Buch bietet nach Angaben von Granzin eine gute Mischung aus der Erzählung Erfahrungen in der Affen-Feldforschung, Forschungsberichten und kognitions- und kommunikationstheoretischer Theorien. Am besten findet sie das Buch, wenn Fischer von ihren eigenen Beobachtungen und Forschungsergebnissen berichtet. Über die "Affengesellschaft" hat Granzin jedenfalls eine Menge gelernt. Nur die Zusammenfassung der Feldexperimente von Kollegen scheint ihr mitunter etwas langatmig. Dennoch: dank der guten Lesbarkeit ist das Buch für sie eine "akademische Pionierleistung".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2012
Mit viel Lob bedenkt Helmut Mayer dieses Buch der Primatenforscherin Julia Fischer. Er attestiert der Autorin nicht nur eine verständliche Darstellung des Forschungsstands und der Entwicklung der wichtigsten Fragestellungen in der Primatenforschung, sondern auch eine anschaulich Beschreibung der konkreten Forschungsarbeit in freier Wildbahn und im Gehege. Dazu liefert die Autorin eine Fülle von Eindrücken und Geschichten über die Herausforderungen der Affenbeobachtung. Dass die Autorin auf wilde Thesen verzichtet, weiß Mayer zu schätzen. Dagegen führt Fischer für ihn überzeugend und an zahlreichen Details vor Augen, dass die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten der Primaten erst in der Interaktion mit der sozialen Organisation der Affengesellschaften angemessen zu verstehen sind. Sein Fazit: ein "exzellentes und kurzweiliges Buch".
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