Die Vorlesungen zur Geschichte der Neuen Architektur von Julius Posener gehören zu den Klassikern der Architektur-Literatur. Posener geht in den Vorlesungen auf die "Architektur und den Städtebau im Zeitalter der bürgerlichen Revolution" ein und analysiert die sozialen Folgen der Französischen Revolution und der industriellen Revolution, sprich das Stadtwachstum und die damit zusammenhängende Wohnungs- und Klassenfrage sowie die widerstreitenden Antworten darauf: Reform (Paternalisten) oder Utopie (Frühsozialisten). Mit der Beschreibung des bautechnischen Fortschritts im 19. Jahrhundert gibt er aber auch einen Ausblick auf die Suche nach einer kommenden Architektur, die wir gemeinhin die moderne nennen - sie wird den Fokus des zweiten Bandes bilden.
Lennart Laberenz ist sich sicher, dass Julius Posener die heutige utopielose, nur der Investorenlogik gehorchende "Architektur der Zweckmäßigkeit" als Derivat gesellschaftlicher Grenzziehung begriffen hätte. In den Vorlesungen des Architekturhistorikers liest der Rezensent nach, wie man auch in der Stadtplanung einen analytischen Politikbegriff anwenden kann, wie sich bürgerliche Architektur als Ausdruck von Kultur, Gesellschaft und revolutionären Prozessen begreifen lässt. Posener hat diese Vorlesungen in den Siebzigerjahren gehalten, erklärt der Rezensent, nach Jahren des Exils und zu einer Zeit, als ich die Architektur in einer Sinnkrise befand. So klar und klug hat Laberenz lange nicht über Stilformen, künstliche Räume und Trägerkonstruktionen gelesen. Danach kamen die Künstler und die Investoren.
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