Junichiro Tanizaki

Gold und Silber

Roman
Cover: Gold und Silber
Reclam Verlag, Leipzig 2003
ISBN 9783379008006
Gebunden, 128 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Uwe Hohmann und Christian Uhl. Der Kampf zweier Künstler um Ruhm und um die Liebe einer Frau - ein Meisterwerk der japanischen Literatur erstmals in deutscher Übersetzung.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.11.2003

Junichiro Tanizaki (1886 bis 1965) ist einer der großen japanischen Autoren des frühen 20. Jahrhunderts, stellt Ludger Lütkehaus den japanischen Schriftsteller vor, einer überaus reichen Literaturepoche. Das Besondere an Tanizaki war, erklärt der Rezensent, dass er sich gegen den Naturalismus seiner Zeit aufgelehnt und den japanischen Ästhetizismus mit westlicher Sexualpsychologie verbunden habe. Bei "Gold und Silber" handelt es sich um einen frühen Roman, den Lüdkehaus als "epigonale spätimpressionistische Prosa" bezeichnet, die ihn längst nicht so überzeugt wie die späteren Bücher Tanizakis. Der Roman thematisiert ein Dreiecksverhältnis zwischen zwei befreundeten Künstlern und einer Frau und enthält damit schon alle typischen Tanizaki-Zutaten: erotische Obsessionen gepaart mit einer dualistischen Kunstreligion, die in diesem Fall idealistische Prämissen hat und laut Lüdkehaus wenig überzeugt. Die ideelle Konstruktion des Romans gehe auf Kosten einer glaubwürdigen Psychologie, behauptet Lüdkehaus und kann der Schwüle der Schlafgemächer und fiebrigen Künstlerträumen weniger als üblich abgewinnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2003

Steffen Gnam feiert diesen Roman als "filigranes Frühwerk" des Autors Junichiro Tanizaki, als "tragikomisches Kammerspiel" über "falsche Freunde, fatale Frauen und verkommene Künstlerseelen" und, zugleich, "beißende Parodie auf die Patronagen und Abhängigkeiten im Kunstgeschäft, die Kritik und das Mäzenatentum". Der Autor, der von 1886 bis 1965 lebte, gilt in Japan, so berichtet der Rezensent, als "repräsentativer Autor der Moderne", hat unter anderem einen "Entwurf einer japanischen Ästhetik" verfasst, und von seinem 119 Titeln umfassenden Gesamtwerk harrt ein Großteil immer noch der deutschen Übersetzung. Entsprechend begrüßt der Autor die Übersetzung dieses 1918 erschienen Romans besonders. "Gold und Silber", so erfährt man, sind zwei ungleiche Künstlerfreunde - der "mittellose, amoralische, aber künstlerisch geniale" Aono und der "minder begabte" Okawa, "zugleich Mäzen und Rivale Aonos". Auf eine Ausstellung zusteuernd, die einen direkten Vergleich ihrer Fähigkeiten ermöglichen soll, berichtet Gnam, finanziert Okawa seinem Freund ein Atelier und das gleiche Modell, das beide begehren, "so dass im Wettbewerb ihrer Talente gleiche Rahmenbedingungen herrschen". Die "krimiartige Steigerung" dieses "künstlerischen und amourösen Eifersuchtsdramas" mündet, wie der Rezensent weiter berichtet, "im faustischen Monolog Okawas".
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