Aus dem Japanischen von Yoko Ann Hamann. Eine angepasste Bürokarriere, eine zuvorkommende Frau, richtig gutes Essen - Nitani weiß, worauf es im Leben ankommen sollte. Die Regeln sind klar, doch Nitani, dessen größtes Glück der Verzehr von Instantramen ist und der am liebsten seine gesamte Nährstoffzufuhr über eine Tablette beziehen würde, tut sich schwer mit ihnen. In seinem Büro ist Ashikawa die Art von Frau, die er wahrscheinlich heiraten wird: liebenswürdig und entschlossen, ihn von seiner Sucht nach Instantnudeln zu befreien. Aber es fällt ihm immer schwerer, sie zu respektieren - oder die süßen Leckereien, die sie verteilt und mit denen sie sich die Zuneigung ihrer Kollegen durch Backen statt durch harte Arbeit sichert. Seine Kollegin Oshio ist unkonventioneller - sie ist Nitanis Trinkpartnerin. In der starr reglementierten Welt des Büros kommen sich die beiden näher. Und ihr offenbart Nitani auch seine geheime Leidenschaft: die Literatur. Humorvoll und klug stellt Junko Takase die Frage, warum wir im Leben manchmal falsch abbiegen, und zeigt anhand einer Bürogemeinschaft die Absurditäten des modernen Zusammenlebens auf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2026
Vorsicht, um eine "Dreiecks-Romcom für Foodies", wie der Verlag das Buch anpreist, handelt es sich hier auf keinen Fall, warnt Rezensent Gerrit ter Horst vor. Gut so, fährt er fort, denn Junko Takase, die in einem Atemzug mit Sayaka Murata oder Hiroko Oyamada zu nennen ist, liefert viel mehr als das: Die japanische Autorin schreibt über das "Essen als soziale Technik" und sinniert darüber, was ein gutes Leben ausmacht, klärt der Kritiker auf. Erzählt wird die Geschichte der drei BürokollegInnen Nitani, Ashikawa und Oshio, die mit der öden Arbeit in einer Etiketten-Fabrik auf unterschiedliche Weise umgehen: Nitani erduldet die Arbeit beim Verschlingen von Instantsuppen bis ihn eine "existenzielle Müdigkeit" ergreift, Ashikawa sucht das "Glück in Torten und Träumen" von einer bürgerlichen Ehe und Oshio, die Takase zwischendurch immer wieder aus der Ich-Perspektive erzählen lässt, steht zwischen jenen beiden, die bald eine toxische Beziehung eingehen, resümiert der Kritiker. Einen kleinen Krimi-Plot gibt es außerdem, verspricht er. Die Handlung erscheint allerdings zunächst ebenso "banal" wie die Sprache, der ter Horst die "Poesie leerer Kohlenhydrate" attestiert. Das aber ist das Programm des Romans, versichert der Rezensent: Der Autorin geht es darum am Beispiel des Essens die "Entpoetisierung der Welt" zu zeigen, erklärt er.
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