In der jüdischen Religion spielt das Recht für die Bestimmung des Verhältnisses zu Gott eine entscheidende Rolle; sie ist eine Rechtsreligion. Das Recht wiederum basiert - als religiöses Recht - auf religiösem Fundament. Justus von Daniels zeigt, wie religiöses Recht im Rahmen des Rechtsvergleichs fruchtbar gemacht werden kann. Im Mittelpunkt stehen rechtsvergleichende Untersuchungen, unter anderem im Bereich der Bioethik, des Rechtspluralismus und der Rechtsmethodik. Der Autor formuliert eine vergleichende Rechtstheorie, auf deren Grundlage ein sorgfältiger Umgang mit dem jüdischen Recht möglich ist. Das Buch leistet so einen Beitrag zur Einordnung des religiösen Rechts in die Rechtswissenschaft und zeigt auch, dass das jüdische Recht in seiner Ausprägung als pluralistisches, transnationales Recht neuen rechtlichen Herausforderungen sogar als Referenzmodell dienen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2010
Das jüdische Recht ist, obwohl die Gesetze von Gott gegeben sind, seiner Natur nach säkular. Deshalb nämlich, weil die Interpretation der Gesetze ganz und gar Menschensache ist - da taugen nicht einmal vor Augen geführte "Wunder" als Argument. Wichtig findet die Rezensentin Alexandra Kemmerer diese Studie von Justus von Daniels, weil er zeigen kann, wie die Immanenz der Rechtsdeutung zwar zu einer Vielfalt von Schulen führt, keineswegs aber zum Auseinanderfallen des Rechtssystems. Daraus könne auch das nicht-jüdische Recht manches lernen, wenngleich Daniels die direkte Übertragung von Lehrsätzen richtigerweise ausschließt, so Kemmerer. Sie betrachtet dieses wichtige Buch als Anfang für einen wünschenswerten Austausch der unterschiedlichen Rechtskulturen.
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