Aus dem Englischen von Sophie Zeitz. Als eine junge Frau einen neuen Job bei einem geheimnisvollen Ministerium antritt, ahnt sie nicht, dass dieser schwüle Sommer ihr Leben für immer verändern wird. Denn das Ministerium der Zeit hat das geschafft, was niemand jemals für möglich hielt: Menschen durch die Zeit zu transportieren. Und so soll sie dem eigentlich 1847 verstorbenen Polarforscher Commander Graham Gore das Ankommen im lärmenden London des 21. Jahrhunderts erleichtern.Während er sich an mit den Wundern der Moderne wie Toilettenspülungen und Spotify vertraut macht, muss sie ihn damit konfrontieren, dass sich die Welt nicht unbedingt nur zum Guten gewandelt hat. Und als sei nicht alles ohnehin kompliziert genug, entwickelt sich aus dem anfänglichen Unbehagen weit mehr als nur eine tiefe Freundschaft. Doch das Ministerium hat seine ganz eigenen Pläne mit dem Zeitreisenden und plötzlich verschieben sich heute, morgen und gestern, und was die beiden zusammengeführt hat, droht sie nun mit aller Macht auseinanderzureißen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.07.2025
Einen tollen Zeitreise-Science-Fiction-Roman legt Kaliane Bradley hier vor, freut sich Rezensentin Sylvia Staude. Der Zeitreisende ist Graham Gore, der im 19. Jahrhundert im Zuge der Franklin-Expedition zur Nordwestpassage starb: Er wird katapultiert in unsere Nahe Zukunft, wo ihn die Ich-Erzählerin empfängt, um ihn in ihrer Eigenschaft als "Brücke" mit seiner neuen Gegenwart vertraut zu machen. Geschickt zeigt das Buch laut Staude, wie Gore und andere "Expats" aus älteren Zeiten sich in den neuen Verhältnissen zurechtfinden, zum Beispiel einen Reinlichkeitsfimmel entwickeln oder über die Freizügigkeit der modernen Welt irritiert sind. Auch stellt sich in dem durchaus rasanten Buch, setzt Staudes Beschreibung fort, bald die Frage, warum genau die Regierung das Expat-Programm ins Leben gerufen hat. thematisch geht es außerdem immer wieder um Kolonialismus. Staude fühlt sich bestens unterhalten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.04.2025
Eine ziemlich abgefahrene Geschichte hat Rezensentin Lynn Hruschka da vor sich: Die kambodschanisch-britische Autorin Kaliane Bradley hat einen Roman geschrieben, in dem die namenlose Ich-Erzählerin einem zeitreisenden Seemann aus dem 19. Jahrhundert helfen muss, im 21. Jahrhundert klarzukommen. Bei dem Seemann handelt es sich um den real verbürgten Commander Graham Gore, der seine Weste mit Verbrechen im Sinne des kolonialen Empires nicht ganz weiß gehalten hat, erfahren wir, die Erzählerin verliebt sich in ihn. Das künftige London wird mit Temperaturen von 40 Grad von der Klimakatastrophe heimgesucht, auch Sexismus und Rassismus grassieren weiterhin, resümiert die Kritikerin diesen Roman, der sie mit seiner Mischung aus Postkolonialismus, Romanze und Komödie überzeugt.
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