Gespräche mit Tina Petersen und Christoph Twickel. Karl-Heinz Dellwo, als Mitglied der RAF an der Besetzung der Deutschen Botschaft in Stockholm 1975 beteiligt, war insgesamt 21 Jahre im Gefängnis. Im Gespräch mit Tina Petersen und Christoph Twickel berichtet er über seinen Weg in den bewaffneten Kampf und seine Zeit im Gefängnis. Eine kritische Analyse des "Konzept Stadtguerilla" und ein politisch reflektierter Lebensbericht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2008
Sehr aufschlussreich findet Gottfried Oy diesen Gesprächsband, in dem sich RAF-Mitglied Karl-Heinz Dellwo auf 1968 und die Folgen zurückblickt. Dellwo geriet über die Hamburger Hausbesetzungen zunächst in die Unterstützerszene der RAF und schließlich zu ihr selbst. Für seine Beteiligung an der Stockholmer Botschaftsbesetzung musste er für 21 Jahre ins Gefängnis. Was dem Rezensenten Oy an diesem Buch sehr gefällt - anders etwa als am Band "1968" von Daniel Cohn-Bendit und Rüdiger Dammann -, ist, dass Dellwo '68 nicht mit einem "diffuses Dagegen" erklärt, sondern aus seinen eigenen Erfahrungen mit "repressiver Erziehung, Polizei und 'gesundem Volksempfinden'". Und so hat er viel gelernt über die "rationalen Begründungen wie emotionalen Motivationen" des, wie Oy es nennt, "Widerstands".
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