Karl-Heinz Göttert

Als die Natur noch sprach

Mensch, Tier und Pflanze vor der Moderne
Cover: Als die Natur noch sprach
Reclam Verlag, Stuttgart 2019
ISBN 9783150112045
Gebunden, 390 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Mit 45 Farbfotos. Büchertische und Freizeittrends kennen derzeit nur eine Richtung: zurück zur "Mutter Natur"! Ob Bienen, Falken oder Bäume - sie sollen uns etwas Ursprüngliches lehren, einen Ausweg zeigen aus Krisen und vermeintlichen Irrwegen der Moderne. Welch kuriose Blüten jedoch die Naturbetrachtung treiben kann, wenn sie einer Sinnfindung unterworfen wird, zeigt ein Blick in die Vormoderne. Mit Erzählfreude und ansteckender Neugier flaniert Karl-Heinz Göttert durch die antike und mittelalterliche Philosophie und Literatur und schaut genau hin, was Plinius oder Aristoteles, Albertus Magnus oder Thomas von Aquin, Hildegard von Bingen oder Paracelsus über Tiere, Pflanzen und unser Verhältnis zu ihnen zu sagen haben. Seine Geschichte des vormodernen Naturbegriffs berichtet von sonderbaren Kreaturen, etwa von Elefanten ohne Knie und liebesfördernden Rüben. Vor allem aber belegt sie eine Erkenntnis, die zur Geburt der modernen Naturwissenschaft führte und auch heute noch verblüffen kann: Sinn findet man nicht dann, wenn man nach ihm sucht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 09.05.2019

Es kann durchaus passieren, warnt Rezensent Wolfgang Schneider, dass den Leser nach einigen dutzend Seiten von Karl-Heinz Götterts Naturbuch ein gewisser Überdruss anfällt und er verführt ist, ein paar Seiten, nur ein paar historische Details zu überblättern. Diesem Drang kann man getrost nachgeben, meint der Rezensent - besser als das Buch ganz aus der Hand zu legen, denn die Lektüre lohne sich. Auch wenn man nicht jeden Abschnitt liest, bietet "Als die Natur noch sprach" einen facettenreichen und "faszinierenden Panoramablick über 2000 Jahre Naturgeschichtsschreibung", versichert Schneider. Göttert behandelt darin laut Rezensent die beiden wesentlichen Natur-Lesarten der letzten zwei Jahrtausende - die antike und die christliche, und er erzählt anschaulich, wie nebenbei das uralte naturkundliche Wissen bewahrt wurde. Dabei spart er nicht an ausführlichen Schilderungen von hahnebüchenden Theorien, kuriosen Irrtümern und anderen Seltsamkeiten, erklärt Schneider, der die Lektüre offenbar so lehrreich wie unterhaltend fand.

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