Karl Lauterbach

Die Krebs-Industrie

Wie eine Krankheit Deutschland erobert
Cover: Die Krebs-Industrie
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783871347986
Gebunden, 288 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Krebs wird in den nächsten Jahren zu einer unserer größten Herausforderungen - menschlich wie gesundheitspolitisch. Fast jeder zweite Deutsche wird im Alter betroffen sein, Wissenschaftler gehen von 40 Prozent mehr Krebsfällen bis 2030 aus. Dennoch herrscht bei dieser Volkskrankheit enorme Unaufgeklärtheit - von der viele profitieren: der graue Markt für obskure Mittel, die Krankenhäuser mit ihrer lukrativen Vorsorgepraxis und die Pharmaindustrie, für die Krebsmedikamente, deren Preise sie selbst festlegt, der größte Wachstumszweig sind.
Karl Lauterbach, Mediziner und Politiker, deckt auf, was im Gesundheitssystem schiefläuft: die ungerechte Zweiklassenmedizin gerade bei Krebs, die falschen finanziellen Anreize für die Kliniken und die Pharmaindustrie, mangelnde Transparenz, was Behandlungserfolge und -methoden betrifft. Zugleich weist Lauterbach auf zahlreiche Krebsmythen hin, erklärt, welche Früherkennungen sinnvoll sind, was das Risiko wirklich erhöht oder verringert. Und er zeigt, was geschehen muss, damit die Pharmaindustrie ihre Forschung wieder in den Dienst des Patienten statt nur des Profits stellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015

Auf die Überzeugungskraft des Autors in Berlin und Brüssel ist Rezensent Joachim Müller-Jung jetzt schon gespannt. Ob Karl Lauterbach mit seinen Vorschlägen für eine gerechtere Preispolitik bei den Krebsmitteln und für aufgeklärte Patienten Gehör finden wird, würde er gerne wissen. Das Buch jedenfalls öffnet ihm die Augen über den Zusammenhang von alternder Gesellschaft und Herausbildung eines Marktes. Wie die Pharmaindustrie laut Lauterbach mit der explodierenden Zahl der Krebspatienten umgeht, lässt dem Rezensenten die Haare zu Berge stehen. Oder ist Lauterbach am Ende nur ein Verschwörungstheoretiker, der den Expansionsdrang und die Preistreiberei der Krebsmedizin maßlos übertreibt? So gern der Rezensent das glauben würde, zumal der Autor Insiderinformationen eher meidet und nicht fragt, wieso etwa die Kassen nicht handeln, am Ende scheint Müller-Jung doch zumindest alarmiert von der Schwarzmalerei des Autors: Die Krankheitsrepublik Deutschland - sie kommt!
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