Karlheinz Deschner

Kriminalgeschichte des Christentums

Band 7. Das 13. und 14. Jahrhundert
Cover: Kriminalgeschichte des Christentums
Rowohlt Verlag, Reinbek 2002
ISBN 9783498013202
Gebunden, 576 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

"Das Mittelalter", sagt Nietzsche, "ist die Zeit der größten Leidenschaften". Wie diese Leidenschaften sich austobten im 13. und 14. Jahrhundert, zeigt Karlheinz Deschner im 7. Band seiner Kriminalgeschichte des Christentums über das Spätmittelalter. Am Anfang steht der Staufer Kaiser Heinrich VI., der von 1190 bis 1197 regierte und das dominium mundi, die Weltherrschaft, beanspruchte - auch ohne Absegnung durch den Papst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2002

Mit dem siebten Band seines Panoptikums im Namen Christi begangener Greueltaten ist Karlheinz Deschner nun im 13. und 14. Jahrhundert angekommen. Eine Zeit, in der an einschlägigen Bluttaten kein Mangel herrscht, das sieht auch der Rezensent Jürgen Miethke so. Am Buch als ganzem aber übt er teils recht heftige Kritik. Fleißig immerhin, das räumt er ein, ist Deschner gewesen, etwa 450 Titel der historischen Literatur hat er durchgearbeitet. Jedoch: Auf die Qualität der Quellen hat er dabei, kritisiert Miethke, nicht durchgängig geachtet. Mit viel Vorsicht zu genießende Zahlen, so ein Vorwurf, nehme er beim Wort, zudem wirke die gnadenlose Reihung von Opferzahlen auf Dauer eher abstumpfend. Was fehlt, sind die "rechtsgeschichtlichen oder geistesgeschichtlichen Hintergründe", die manches in den rechten Zusammenhang rücken könnten. Stattdessen überwiegt Polemik, um "Differenzierung" ist es Deschner nicht zu tun. Das Resümee des Rezensenten: Die Schlechtigkeit der Welt, auf die das hier hinausläuft, lässt sich in Romanform vielleicht besser auf den Punkt bringen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2002

Als "markantesten" und "umstrittensten" Kritiker der Geschichte des Christentums stellt der LL zeichnende Rezensent Karlheinz Deschner vor, von dem nun der siebente Band seines "monumentalen Hauptwerks", der Kriminal-, der Verbrechensgeschichte des Christentums vorliegt, der das 13. und 14. Jahrhundert umfasst. Es ist die Zeit permanenter Kämpfe zwischen Papst- und Kaisertum, der Kreuzzüge, und der beginnenden Inquisition, weiß der Rezensent. Seine anfängliche Befürchtung, die Schilderung fortgesetzter Verbrechen im Namen einer angeblichen Liebesreligion, könnte wegen ihrer Monotonie auf Dauer ermüdend wirken und der kritischen Intention unfreiwillig zuwiderlaufen, erweißt sich als grundlos. Denn Deschner zeigt sich für den Rezensenten auch in der Rolle des Historikers in erster Linie als Schriftsteller. Deschners Sinn für den brutalen Zynismus der Geschichte, die grausame Dissonanz von Lehre und Wirklichkeit, lasse sich die bösen Pointen nicht entgehen. Resümee des Rezensenten: "Deschners Kriminalgeschichte hat auch hier ihren Ruf redlich verdient."

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