Herausgegeben und kommentiert von Aage Hansen-Löve. Zum ersten Mal auf Deutsch: die theoretischen Schriften des russischen Künstlers Kazimir Malevitsch, reich kommentiert von Aage A. Hansen-Löve. So wird ein "Kunstdenker" in all seiner Sperrigkeit und Grandiosität sichtbar, der für die europäische Moderne zum Säulenheiligen wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.05.2004
Als "Zimmerfluchten einer eskalierenden Kopfmaschine" charakterisiert Marica Bodrojic die Texte des russischen Malers und Autors Kasimir Malewitsch, die man ihrer Meinung nach als, gelinde gesagt, "eigensinnig" bezeichnen kann. Malewitsch hat schon seine Zeitgenossen stark verstört: denn nicht nur, dass er suprematistische Theorien vertrat, in denen alles um seine gedanklichen Ausflüge in den Welt-Raum und "die Energie der gedanklichen Erregung" kreiste, er vertrat sie auch mit dem "Pathos der Unwiderlegbarkeit", berichtet Bodrojic. Der Künstler inszenierte sich gerne in der Rolle des Ungebildeten, weiß die Rezensentin, was ihm auch unter Kunsthistorikern lange das Etikett des "illiteraten" Künstlers anhaften ließ. Kurz: ein verkannter Künstler, ein Autodidakt, dessen Eigenständigkeit erst spät erkannt worden sei, wie der Herausgeber von Malewitschs Schriften in seinem 200 Seiten umfassenden Kommentar berichte. Bodrojic kann die Irritation der Zeitgenossen Malewitschs und der Kunsthistoriker heute nicht mehr nachvollziehen. Seine Texte über die "Kosmologie des Lichts" und seine "Sprachvibrationen" sprühten Funken, schwärmt sie. Wer würde sich nicht gerne zum "Vorsitzenden des Raums" erklären, witzelt Bodrojic.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2004
Felix Philipp Ingold nimmt sich Raum, um den russischen Maler Kasimir Malewitsch eingehend vorzustellen. Malewitsch, der mit seinen suprematischen Bildern als wichtigster russischer Künstler der klassischen Avantgarde gilt, hat immer wieder auch Manifeste und Broschüren verfasst, die seinen künstlerischen Standpunkt klarmachen sollten, erklärt der Rezensent. Da aber sein Credo die "Gegenstandslosigkeit" als "höchste Seinsform" sich kaum adäquat ausdrücken ließ, schrieb er zu allen möglichen Themen, um "möglichst nichts über alles sagen zu müssen", so Ingold weiter. Das vorliegende Buch mit einer Auswahl aus Malewitschs Texten gibt einen guten Einblick sowohl in das "Selbstverständnis" des Malers als auch in die "Theoriebildung des Suprematismus", lobt der Rezensent. Und wenn er auch einräumt, dass sich Malewitschs Äußerungen in ihren Widersprüchen und in ihrer "Nebulosität" kaum "rational erschließen" lassen, so zeigt er sich doch von der darin zum Ausdruck kommenden "nur selten nachvollziehbaren Intuition" fasziniert und angezogen.
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