Aus dem Chinesischen von Marc Hermann. Regelmäßig zum Jahresanfang erwacht das Nian-Monster im Meer, steigt an Land und reißt alles, was es erwischt, mit sich: Mensch und Tier. Deshalb raffen die Dorfbewohner Hab und Gut zusammen und fliehen in die Berge, sobald sie sein Grollen hören. Großmutter und ihr Enkel schaffen die Flucht nicht mehr und verstecken sich im hintersten Winkel des Hauses, Türen und Fenster halten sie fest verschlossen. Ein Bettler kommt auf der Suche nach etwas Essbarem des Weges und wundert sich über das verlassene Dorf. Natürlich teilen Großmutter und ihr Enkel mit ihm. Und dann hat er sogar eine Idee, wie man das Monster vertreiben kann: für immer! Für die heimkehrenden Dörfler grenzt das an ein Wunder. Deshalb feiern heute noch die Chinesen ihr Neujahrsfest so, wie es der Bettler vorgemacht hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.2010
Alles an zwei jüngst erschienenen Bänden des Autorin-/Zeichner-Duos Kate Dargaw und Igor Oleynikov findet Rezensent Andreas Platthaus erfreulich. Die Tatsache schon, dass die Entdeckung, als die er das Werk der beiden begreift, einem noch ganz jungen Verlag gelungen ist. Und nicht nur dass, sondern auch wie hier chinesische Institutionen ihren Ursprungsmythos erzählt bekommen, hält der Rezensent für bestens gelungen. In diesem Band geht es darum, die mit viel Lärm und Feuerwerk verbundenen Gebräuche des chinesischen Neujahrs zu erklären - nämlich als rituelle Wiederholung der Vertreibung eines schrecklichen menschenfressenden Monsters. Diesem verleiht, so Platthaus, der Illustrator Oleynikov die passend intensiven Farben, und Dargaws "unprätentiöse" Erzählweise bekomme der Geschichte außerdem gut.
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