Kay Möller

Die Außenpolitik der Volksrepublik China 1949 - 2004

Eine Einführung
Cover: Die Außenpolitik der Volksrepublik China 1949 - 2004
VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005
ISBN 9783531141206
Broschiert, 280 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Chinas Außenpolitik war in der Ära Mao Zedong (1949 - 1976) mit Unabhängigkeit und Sicherheit von zwei widersprüchlichen Grundsätzen geprägt, ein Linienstreit, der in den sechziger Jahren zum Bruch mit Moskau und 1972 zu einer spektakulären Annäherung an die USA führte. Deng Xiaoping versuchte ab 1978 diesen Widerspruch mit einem Bekenntnis zu Interdependenz und wirtschaftlicher Öffnung aufzulösen. Auch 2004 ist Peking weder mit seinem engeren Umfeld zufrieden, in dem viele Akteure unausgesprochen oder offen gegen eine "chinesische Gefahr" rüsten, noch mit einer von den USA dominierten Welt. Sichtbarster Ausdruck der unterstellten Beeinträchtigung des eigenen Großmachtanspruchs ist die anhaltende, unabhängige Existenz der "abtrünnigen Provinz" Taiwan.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.10.2005

Als informative Darstellung der Außenpolitik Chinas, von der kommunistischen Machtergreifung 1949 bis in die jüngste Gegenwart, würdigt Rezensent Curt Gasteyger dieses Buch, das Kay Möller, Chinaspezialist der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, vorgelegt hat. Für das Verständnis hilfreich findet Gasteyger insbesondere die vorausgehende Zusammenfassung der spezifisch chinesischen Erfahrungen, Methoden und Sichtweisen in der vorrevolutionären Zeit, die China bis heute prägen. Wie er berichtet, sind nach Möllers Ansicht für Chinas Außenpolitik heute zwei Dinge kennzeichnend, der imperial anmutende Drang zur Ausdehnung und die bis in die Mitte der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts ertragenen vielfachen Demütigungen durch die westlichen Kolonialmächte sowie Russland und Japan. Gasteyger lobt Möllers Darstellung der vielschichtigen Entwicklungen der chinesischen Außenpolitik - von der demütigend ungleichen "Partnerschaft" mit der Sowjetunion bis zur selbstbewussten Wirtschafts- und potenziell politischen Weltmacht - als "knapp und ausgewogen". Insgesamt zeigt sich Gasteyger mit dem Buch sehr zufrieden. Allerdings hätte er sich bisweilen eine etwas "kritischere Auseinandersetzung" mit Chinas oft skrupelloser Außenpolitik, etwa im Blick auf Tibet, gewünscht.

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